Heathers-(c)-1988,-2015-Alive-AG

Wonne aus der Tonne: Heathers

Liebe Tonnen-Community, nach einem guten Dutzend Filmen voller Düsternis und Schwere bin ich besonders Stolz zum ersten Mal eine Komödie in dieser Rubrik zu besprechen. Wir sind mittendrin in der Top 10 der unterschätzten Genre-Filme der 80er Jahre und unser diesmaliges Highlight heißt:

Heathers

OT: Heathers, USA 1988, Regie: Michael Lehmann, Drehbuch: Daniel Waters, Darsteller: Winona Ryder, Christian Slater, Shannen Doherty u.a.

Veronica (Winona Ryder) versucht ein normales Dasein als Schülerin einer High School in Sherwood zu fristen. Doch auch sie kommt nicht vorbei an der großen, alles beherrschenden Clique an der Westerburg High: drei Mädchen, alle mit dem Namen Heather. Die bulimischen Partygirls tyrannisieren ihre Umgebung mit Erniedrigungen und bösen Späßen. Veronica versucht unauffällig neben ihnen herzuschwimmen in dem sie eine leichte Freundschaft zu ihnen pflegt ohne allzu nahe zu kommen. Abwechslung bringt der neue rebellische Schüler J.D. (Christian Slater), mit dem Veronica bald eine Affäre beginnt. Als ein Streit zwischen ihr und einer der Heathers eskaliert, wollen J.D. und Veronica ihr einen üblen Scherz spielen – der tödlich für Heather Nummer 1 ausgeht. Die beiden tarnen es als Selbstmord. Doch bald geht eine ganze Welle solcher (und auch echter) Selbstmorde in der Westerburg High um …

Heathers ist so ein kaum bekannter Film der, hat man ihn nicht zufällig doch mal gesehen, einen bei heutiger Ansicht nur verwundert die Stirn runzeln lässt. Wie kann es sein, dass so ein Film bisher an einem vorbei ging? Der Film ist originell, witzig, böse und hat mit Christian Slater und Winona Ryder noch dazu zwei echte Stars am Anfang ihrer Karrieren mit im Gepäck. Während der Beginn des Films eher wie eine seichte High-School-Komödie daher kommt, entwickelt er im weiteren Verlauf immer mehr Doppelbödigkeit und springt gekonnt zwischen den Genres Comedy und Thriller hin und her. Das nebenbei die betrüblichen Themen Teenager-Selbstmorde und Schulmassaker gestreift werden, macht den Film nur umso subversiver und seiner Zeit weit voraus. Spannend und stilsicher von Michael Lehmann inszeniert, ist der Streifen ein wunderbar böser Spaß, der auf intelligente Weise unterhält und an dem der Zahn der Zeit auch nicht allzu sehr genagt hat.

Für die Hauptrollen wurden alle möglichen damals heiß gehandelten Jungspunde in Hollywood gecastet. Unter anderem sprach Brad Pitt für die Rolle des J.D. vor. Aber die Produzenten fanden ihn zu nett für die Rolle. Jennifer Connelly wiederum lehnte die Rolle der Veronica einfach ab und so ging sie an die damals erst 16-jährige Winona Ryder, die eine durchaus beeindruckende Performance abliefert.

Kostengünstig hergestellt, war der Film bei der Kritik höchst erfolgreich wurde aber vom Kinopublikum weitgehend ignoriert. Er konnte sich aber über die Jahre, zumindest in den USA zu einem Kultfilm-Geheimtipp mausern, dem 2010 sogar eine Musical-Adaption folgte. Derzeit wird an einem Remake in serieller Form gearbeitet. Ob das was bringt bleibt abzuwarten. Ich bin skeptisch.

Beim nächsten Mal gibt’s dann endlich auch mal einen Streifen jener Gattung, die in den 80ern so richtig groß wurde: Prügel-Action par excellence ist angesagt, mit einem absoluten Idol der Dekade.

Bis dahin seid gespannt und bleibt seltsam!

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