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Danganronpa: Trigger Happy Havoc

8
Action-Adventure

Es wird eigentlich mal wieder Zeit, dass die Playstation Vita mangels großer Blockbuster durch einen kleinen, exzentrischen Titel auf sich aufmerksam macht, über den es sich auch zu sprechen lohnt. Eine Lücke, die Sony schon seit jeher im Handheld Sortiment nicht wirklich füllen konnte, war bis jetzt die Phoenix Wright Schiene.

Genau wie Capcoms Kultserie schafft nun Danganronpa: Trigger Happy Havoc mit der Verspätung einer ganzen Handheldgeneration den Sprung in den Westen und spricht all jene an, die schon leidenschaftlich auf Nintendos Systemen aberwitzige Verbrechen aufgeklärt haben.

Danganronpa: Das bedeutet ein Dutzend Schüler, die eingesperrt in ein Schulgebäude mit zermürbender Hartnäckigkeit dazu getrieben werden, sich in einem abartigen Spiel gegenseitig umzubringen. Kommt der Mörder unerkannt davon, so bekommt er seinen Abschluss mit Auszeichnung und alle anderen Schüler werden eliminiert. Wird er per Mehrheitsstimme ertappt, wartet eine grausam inszenierte Exekution auf ihn und das entsetzte Publikum. So oder so ist haarsträubende Spannung garantiert, denn irgendwer zerbricht an der mörderischen Stimmung immer.


Danganronpa: Trigger Happy Havoc als derivativ zu bezeichnen ist ein faires Urteil. Stilistisch ist man der Persona-Reihe einfach zu ähnlich, als dass man es als schlichten Zufall abtun kann. Der Krimi-artige Spannungsbogen, der aus Untersuchungen und anschließenden Konfrontationen besteht, erinnert stark an Phoenix Wright und das Setting selbst – bestehend aus aberwitziger Paranoia und komplexen Anime-Charakteren – scheint sich klar am Erfolg der ultimativen Sci-Fi-Thriller-Reihe Zero Escape anzulehnen.

Doch am Ende handelt es sich bei jeder dieser Zutaten um Elemente, von denen man ohnehin nicht genug bekommen kann. Durch jedes Spiel – für sich süchtig machend und einprägsam – funktioniert Danganronpa schon allein deswegen, weil es als Summe dieser Teile zahlreiche fesselnde Spielsysteme miteinander vereint und dadurch die perfekte Ergänzung für alle Fans dieser Spielart darstellt.

Besonders ansprechend ist die Tatsache, dass es sich anders als bei Phoenix Wright nicht um voneinander abgetrennte Fälle handelt. Wer diesmal nicht der Mörder ist, ist es vielleicht das nächste Mal und so kommt man als Spieler nicht umhin, sich mit der stetig schrumpfenden Charakteransammlung zu befassen. Nach einem etwas langsamen Start, der durch völlig überzeichnete Anime-Klischees gezeichnet scheint, entwickeln diese aber schnell komplexe Persönlichkeiten, was die Aufklärung der Verbrechen oftmals zu einem großen Vergnügen macht. Lediglich die von Plot-Twists durchzogenen Aufklärungssequenzen laborieren mit etwas unpassenden Shooter- und Geschicklichkeitseinlagen sowie chronischer Eintönigkeit und hindern die rasanten Wortgefechte daran, ihr volles dramaturgisches Potential zu entfalten.

Danganronpa: Trigger Happy Havoc ist ein hervorragendes Beispiel, das auch die PS Vita mit quirligen fernöstlichen Qualitätstiteln anbieten kann und ist dadurch eigentlich für alle Fans der erwähnten Serien ein Pflichtkauf. Dankenswerterweise hat NIS America bereits bestätigt, dass der zweite Teil auch noch in diesem Jahr lokalisiert wird, weshalb sich ein (jetziger) Einstieg auf jeden Fall lohnt.

Plattform: PS Vita (Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 16, Release: 14.02.2014, Link zur US-Homepage