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Outlast

7
Survival-Horror

Eine verlassene psychiatrische Klinik, Menschenexperimente, Leichenberge, rot gefärbte Flüsse, Dunkelheit und ein Protagonist, der sich in ständiger Lebensgefahr befindet. Auch Outlast bedient sich dieses beliebten Horror Szenarios. Doch wird die Umsetzung von Red Barrels es schaffen, den Spieler um den Schlaf zu bringen?

Es beginnt mit einem anonymen Tipp: Ein Software Consultant informiert den Protagonisten Miles Upshur über mögliche illegale Aktivitäten im Mount Massive Asylum, einer psychiatrischen Klinik, die von dem Murkoff Unternehmen geleitet wird. Ärzte sollen Menschenexperimente an Patienten durchführen, aus denen Murkoff Profit schlägt. Da Ermittlungen in Spielen, die eine psychiatrische Klinik involvieren, bekanntermaßen immer genauestens nach Plan verlaufen, sollte es einen nicht zu sehr überraschen, dass das Empfangskomitee bei Upshurs Ankunft aus verlassenen Militärfahrzeugen und verschlossenen Türen besteht. Doch wie jeder rational denkende Mensch in dieser Situation, lässt sich Miles von diesen kleinen Hindernissen nicht unterkriegen und verschafft sich über ein zerbrochenes Fenster Zugang.


In der Klinik ist eine Kamera ständiger Begleiter, wichtigstes Werkzeug und bester Freund des Spielers, denn diese ist mit einer Night-Vision Funktion ausgestattet. Mangels anderer Lichtquellen wird man große Teile von Outlast nur durch das grüne Bild der Kamera sehen. Um den Camcorder am Leben zu erhalten, benötigt es eine ständige Versorgung mit Batterien – je nach Schwierigkeitsgrad ist eine erhöhte oder verringerte Anzahl im Haus verteilt. Der Spieler wird somit vor die Wahl gestellt: Riskiert er einen Blick in die umliegenden Zimmer in der Hoffnung, weitere Batterien und mehr Informationen über seine Umgebung zu finden, oder nimmt er den direkten Weg? Nichts ist so atmosphärisch wie die Stille der Klinik, die durch das monotone Warnsignal der Kamera, den Herzschlag des Protagonisten und immer lauter werdende Schritte gebrochen wird. Es sind diese Momente, in denen Outlast glänzt.

Doch leider werden diese Augenblicke immer wieder von Aufgaben nach dem Motto: „Lege drei Hebel um und betätige danach den Schalter, um voranzukommen“, abgelöst, diese führen in den meisten Fällen zu einer völligen Zerstörung der Immersion. Auch das Leveldesign fällt eher einschränkend aus: Die linearen Wege werden oftmals von Gegnern – den „Variants“ – blockiert, welche es wegzulocken gilt. Diese Zusammenstöße laufen meistens nach demselben Schema ab, sodass man schnell herausfindet, nach wie vielen Schritten, geöffneten Türen oder betätigten Hebeln der Gegner erscheinen wird.

Zur Selbstverteidigung steht Miles die Möglichkeit des Wegrennens oder des Versteckens zur Verfügung – sicherlich keine schlechte Designentscheidung. Doch sucht man beispielsweise Schutz in einem Spind, gibt es immer mehrere im Raum, sodass der Gegner einen nach dem anderen öffnet, erst vor dem Versteck des Spielers Halt macht und dann das Zimmer wieder verlässt, es sei denn, man ist vor den Augen seines Verfolgers hineingestiegen – in diesem Fall wird man unsanft wieder zurück auf den Boden befördert.

Wer extra auf die PS4-Version des Spiels gewartet hat, wird mit einem neuen Schwierigkeitsgrad belohnt – Insane -, welcher weniger Batterien und Permadeath beinhaltet. Darüber hinaus wird durch das Licht des Controllers etwa der Night Vision Modus der Kamera angezeigt. Outlast startet stark, verliert sich dann jedoch in repetitiven Aufgaben und Begegnungen mit Feinden, unter denen die aufgebaute Spannung leidet. Auch wenn der Spieler wahrscheinlich nicht um den Schlaf gebracht wird, bietet das rund vier Stunden lange Spiel genug Unterhaltung für einen Abend.

Plattform: PC, PS4 (Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 18, Release: 04.09.2013 (PC), 05.02.2014 (PS4), Link zur Homepage