SOHN © 2014 pressplay (3)

Das war das FM4-Geburtstagsfest 2014

Am 25. Januar 2014 hat, wie bereits angekündigt, das Fest zum 18. Geburtstag des Radiosenders FM4 stattgefunden – ausgesucht wurde hierfür eine neue Location, nämlich die ehemalige Ottakringer Brauerei, die sich als wahrhaftes Schmuckkästchen entpuppt hat.

Die technischen Details und Ausstattungen im Innenraum, die wirklich noch an Zustände zu Betriebszeiten erinnern, wurden zum großen Teil so belassen wie sie sind und zeigen im wirren Schimmer der umfassenden Beleuchtung ihre charmanteste Seite. Denn im Zusammenwirken von den vielen jungen Menschen, die sich partywütig dort getummelt haben und der Atmosphäre, die diese in ihrer Funktion völlig umgewandelte Halle ausgestrahlt hat, ergab sich eine durchwegs stimmiger Abend. (Für eine größere Ansicht der Bilder: Draufklicken)

Zu früh sollte man nicht dran sein – das Beste kommt wohlbekannt zum Schluss, so demnach auch das Motto der Türsteher: So hat der FM4-Ombudsmann mit gewohnt wissendem Blick und ausgestattet mit kunterbunten FM4-Luftballons in der Hand die Menge erst kurz nach acht Uhr eingelassen. Das Gedränge war anfangs noch nicht so groß, bis etwa 22.00 waren die verschiedenen Floors aber prall gefüllt. So war es kein Leichtes, auf die sozusagen Main Stage des Abends zu gelangen, traten dort erst einmal Ja, Panik, die Hidden Cameras und danach auch noch SOHN auf.

Man war also gut beraten, doch schon ein bisschen in der Kälte anzustehen und sich dadurch ein Plätzchen in einer der Räumlichkeiten der WG auszusuchen: FM4 hat sich da nämlich etwas überlegt und die verschiedenen Geschosse, Räume und Abtrennungen nicht nur mit Bars ausgestattet, sondern das ganze auch so anmuten lassen, als würde die Familie FM4 nach Hause in die eigenen vier Wände einladen. Da gab es zum Beispiel ein Badezimmer, einen Keller oder auch ein Wohnzimmer – das sich als musikalisches Herzstück entpuppt hat. Um halb zehn sollte es dann losgehen, da war auch schon Robert Zikmund in schicker Baseball-Jacke auf der Bühne und kündigte die ehemaligen Burgenländer und nun Wahlberliner Ja, Panik an.

Kurzerhand stellten sie ihr fünftes Album vor, das nunmehr als Trio, nicht mehr wie zuvor als Quintett, eingespielt wurde. Auch wenn vor allem die neueste und sehr erfolgreiche Single Libertatia das Publikum wissend mitwippen ließ, wurde man das Gefühl nicht ganz los, dass es auch der Band in den großen Hallen noch etwas zu kühl war. Eine etwas schläfrige Show wurde abgeliefert, was wir jetzt einfach einmal auf die frühe Abendstunde schieben wollen. Wahrscheinlich wollten Ja, Panik einfach nur den Hidden Cameras nicht die Show stehlen – die, aus Kanada angereist, Proloshirt und Goldkettchen im Gepäck, schon auf der Treppe standen. Insgeheim wurde aber dann doch, so munkelt man, auf S O H N gewartet – der sich langsam von einer mysteriösen Erscheinung hinzu einem offen auf sich selbst verweisenden Künstler wandelt und dadurch sicher nur noch mehr Fans in seinen Bann ziehen wird.

Was ist eigentlich Muss auf einem Geburtstagsfest? Die Torte, natürlich. Da es aber für einige hundert Leute schwierig geworden wäre, sich diese gerecht aufzuteilen, schenkte FM4 seinen Gästen ein Zuckerl der ganz besonderen Art: Nachdem sie am Vortag, den 24. 1. Im Wiener Gasometer einen Gig gespielt haben, dachten sich Schiffmeister, Doktor Renz und König Boris von Fettes Brot, sie kommen auch noch schnell als Gratulanten vorbei und legen ganz nebenbei noch ein flottes DJ-Set aufs Parkett. Blödelei à la Brote kombiniert mit extravaganten Tunes wurden vom Publikum im Keller der FM4-WG sehr gern entgegengenommen.

Auch danach ging die Party weiter: Die Blood Red Shoes hatten zwar dann schon mit der Müdigkeit des Publikums zu kämpfen, genauso wie The Notwist, es blieben ja aber dann doch noch viele übrig, denen von diversen DJs eingeheizt wurde, bevor die Party in den jähen Morgenstunden ihr glücklich-erschöpftes Ende fand. Im Großen und Ganzen ein gelungenes Fest, wir freuen uns aufs nächste Jahr. 


Die zweite Meinung von Nina Tatschl

Musikalisch entpuppte sich SOHN als das Highlight des Abends: Während die Stimmung bei Ja, Panik noch von kollektivem Ankommen und Aufwärmen durchzogen war und sich nur wenige zu Jubel überwinden konnten, stellte sich auch bei den Hidden Cameras oder den Blood Red Shoes nicht wirklich Partystimmung ein. Bei The Notwist sah man am Ende dann auf und vor der Bühne überwiegend gähnende Gesichter. Bei dem Wahl-Wiener hingegen zeigte sich, dass man trotz einer reduzierten Show Emotionen  hervorrufen kann. Mit einer kräftigen Stimme und einem Hauch von Mystik entpuppte sich SOHN als Favorit der Geburtstagssause.

Einen erhobenen Finger gibt es an dieser Stelle übrigens an feierende Menschen, die es lustig finden, einen vollen Becher auf ein Mischpult und gegen Fettes Brot zu werfen, nur weil ihnen das ausgewählte Lied nicht zusagt, jungen Damen, die zuviel Alkohol konsumieren, auf den Treppen in einen Ausdruckstanz verfallen, dabei permanent das Gleichgewicht verlieren und sich von der Hilfsbereitsschaft anderer auffangen lassen, betrunkenen Männern, die mit vollen Bechern, aus voller Inbrunst mittanzen und dabei vergessen, dass der Becher (welch Wunder) voll ist und somit alle im näheren Umkreis eine Bierdusche verpassen (im Sommer ja eh wurscht, bei Minusgraden halt etwas ärgerlich) und all jenen, die das Klo nicht finden und sich erleichtern, wo man halt grad steht und muss.

Eine feiernde Hörerschaft, die das Motto der Feier brav zelebierte, sowie viele glückliche Gesichter auf und rund um den Bühnen und Mischpulten gab es am FM4 Geburtstagsfest. Klagen hörte man nur von den nie enden wollenden Schlangen vor den Toiletten und aufgrund der Kälte. Am Ende blieben nur zwei Fragen offen: Wo und wann gab es eigentlich den Kuchen?[/alert]




  • Chris

    SOHN war einfach genial find ich;) Aja – recherchiert: Sind doch 18 gworden – Endlich legal trinken!

  • die Bloody Shoes haben mMn als einzige klassen minimalistischen „dirty rock“ abgeliefert.
    (ajo FMFear is 19 wordn – glaub i 😉