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Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

6
Tragikomödie

Das Leben des Walter Mitty ändert sich schlagartig: der Tagträumer wird zum Abenteurer und begibt sich auf die Suche nach dem verschwundenen Foto. Doch was er auf seiner Reise findet, rettet ihm nicht nur den Job beim Magazin.

Der alleinstehende Walter Mitty (Ben Stiller) arbeitet beim Life-Magazin im Fotoarchiv. Sein Leben ist geordnet und unauffällig, kurz gesagt: ziemlich langweilig. Er verlegt ein Foto einer Bilderreihe des bekannten Fotografen Sean O’Connell (Sean Penn). Damit er seinen Job nicht verliert, begibt er sich auf die Suche danach. Und zum ersten Mal in seinem Leben tritt er aus seiner gewohnten Umgebung hinaus und rein ins Unbekannte.


Die Handlung klingt vielversprechend und aufregend. Ein Langweiler, der bisher nicht viel von der Welt gesehen hat, reist in der Welt umher, um einen Fotografen und dessen Foto zu finden. Leider muss man sagen, dass die Landschaftsaufnahmen bereits das Erstaunlichste in dieser Produktion sind. Der Film lebt von der Schönheit der ungewöhnlichen Schauplätze, die wirklich gut in Szene gesetzt sind und Fernweh versprechen.

Ben Stiller bekannt aus diversen Komödien, setzt hier auf eine ungewöhnliche Ruhe. Aber auch in dieser eher drückenden Grundstimmung, schafft der Regisseur es seinen typischen Humor gekonnt einzusetzen. Die Tagträume von Walter Mitty, in denen er ein Abenteurer ist, sind irgendwie schräg und befremdlich. Sprünge in gegenüberliegende Wohnungen, Explosionen und Szenen, die man eher in Actionfilmen erwarten würde. Dennoch passt der Cut in der Handlung, um Walters Sehnsüchte und Wünsche darzustellen. Der Wechsel zu seinen Fantasien gelingt fließend und auch die Übergänge zurück in die Realität sind gut inszeniert.

Ben Stiller meistert die Doppelrolle als Regisseur und Schauspieler größtenteils. Leider vergibt er Potential durch das Fehlen interessanter Nebenrollen. Kristen Wiig, als Mittys Arbeitskollegin, ist souverän, allerdings kann auch sie nicht die schwachen Charaktere ausgleichen. Für Sean Penn hätte man sich eine größere Rolle und mehr Text gewünscht, ansonsten passt die Rolle des Fotografen, der im Moment lebt und ihn genießt gut. Die Handlung würde wohl auch ohne Romanze funktionieren, sie wirkt wie ein Platzfüller – platt und emotionslos. Dafür sind die Drehorte und die Inszenierung dieser umso beeindruckender.

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty: Ein Film zwischen Selbstfindungsprozess und einer ruhigeren Ben Stiller Version einer Komödie. Auf jeden Fall schwierig einzuschätzen und abhängig davon mit welchen Erwartungen man sich ins Kino setzt. Wer Unterhaltung sucht und nicht zuviel erwartet, wird hier nicht enttäuscht. Und eines ist sicher: wenn man schon nicht mit großen Emotionen konfrontiert wird, geht man zumindest mit Fernweh aus dem Kino.

Regie: Ben Stiller, Drehbuch: Steve Conrad, Darsteller: Ben Stiller, Kristen Wiig, Sean Penn, Jon Daly, Kathryn Hahn, Laufzeit: 114 Minuten, Kinostart: 01.01.2014, www.waltermitty-derfilm.de




  • Marco

    War etwas enttäuscht. Kann mich der Kritik aber voll und ganz anschließen. Inhaltlich leider relativ banal und die Figuren sind großteils sehr klischeehaft. Aber doch ganz nett zum anschauen.