Tearaway-©-2013-Media-Molecule,-Sony-(8)

Tearaway

8
Plattformer

Sonys Handheld-Sorgenkind, die Playstation Vita, hat kein gutes Jahr hinter sich. Kaum Software in Aussicht, fällt es dem System noch immer schwer, den Konsumenten von seinen Vorzügen zu überzeugen. Um das zu ändern muss Sony schon die großen Geschütze auffahren und so kommt zum Ende des Jahres noch ein großer Release auf den Markt, den das System dringend benötigt. Tearaway wurde vom Little Big Planet-Studio Media Molecule entwickelt – ein Studio also, das bereits mehrmals bewiesen hat, dass es ein Händchen für Charme und Kreativität besitzt. Und so überrascht es wenig, dass die Präsentation gleich von der ersten Minute an zu fesseln vermag: Die gesamte Welt von Tearaway besteht nämlich aus Papier.

Die weitläufigen Papercraft-Landschaften werden als wandelnder Briefumschlag durchlaufen – ein Bote, der versucht, dem Spieler eine Nachricht zu überbringen. Und tatsächlich ist der Spieler selbst ein integraler Bestandteil des bunten Treibens, denn mit Hilfe der Kameras, über die das System verfügt, werden konstant Einblicke aus der Realität in den Spielablauf eingebaut. So sieht man sich selbst aus der Sonne auf die Spielwelt herunterblicken oder baut die Oberfläche von Objekten in die Umgebung ein.


Dabei macht das Spiel auch umfangreich von allen Features des Systems Gebrauch: Von den Touchscreens zum Gyroskop oder dem Mikrophon – es gibt kaum eine Funktion, für die das Spiel nicht irgendeinen sinnvollen Nutzen findet. Dabei hat man nie das Gefühl, dass es sich nur um Gimmicks handelt, mit denen man von den Vorzügen des Systems überzeugt werden soll – jede Funktion wird selbstbewusst und unaufdringlich verwendet. So kann der Spieler mit den Fingern an den Papierflächen ziehen oder durch Trommeln auf die Hinterseite akrobatische Sprungeinlagen hinlegen.

Aber auch sonst gibt es interessante Dinge zu entdecken: So sammelt man zum Beispiel nicht nur Items auf um den eigenen Avatar zu gestalten, sondern bekommt dafür auch gleich die Papercraft-Vorlagen, aus der sich dann in der echten Welt kleine Modelle der Spielobjekte erstellen lassen. Die Levels sind voll mit visuellen Spielereien, die eindrucksvoll mit einfachen Mitteln den Eindruck einer Papierwelt vermitteln. Wer zum Beispiel spielt während er gerade unterwegs ist, der wird merken, dass die gesamte Welt zu wackeln beginnt. Durch die Vielfalt an Einfallsreichtum bleibt der Titel von Anfang bis zum Ende unterhaltsam, der Detailreichtum fordert allerdings einen Preis: Nach ein paar Stunden ist bereits wieder Schluss, besonders bitter, da der vorhandene Content vermutlich neue Standards setzt. Punkteabzüge gibt es eigentlich nur dafür, dass der Titel eben etwas kurz geraten ist. Tearaway ist einer der besten Plattformer in diesem Jahr und auf der PS Vita eine echte Killerapp – einer der wenigen Titel auf dem System, die man dieses Jahr unbedingt gespielt haben sollte.

Plattform: PS Vita (Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 3, Release: 22.11.2013, http://tearaway.mediamolecule.com