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The Counselor – Michael Fassbender Q&A

Nach den Produktionsnotizen zum neuen Ridley Scott Film The Counselor, hat uns 20th Century Fox auch ein Interview mit Michael Fassbender zur Verfügung gestellt. Er spielt die titelgebende Hauptrolle in der Verfilmung des Cormac McCarthy Drehbuchs. 

Mit einer großen Vielzahl unterschiedlicher Rollen, die sowohl bei Kritikern als auch Publikum erfolgreich waren, hat sich Michael Fassbender als einer der führenden Schauspieler seiner Generation etabliert und fügt seinem Resümee nun mit Ridley Scott’s The Counselor ein weiteres Highlight hinzu. Seinen Durchbruch – und seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm – feierte er mit Zack Snyders 2006 Blockbuster 300 und unterstrich sein unglaubliches Talent in den Indieproduktionen von Steve McQueen’s Hunger in 2008 und Andrea Arnold’s Fish Tank in 2009.

Danach hat Fassbender mit Regisseuren wie Quentin Tarantino (Inglourious Basterds), David Cronenberg (Eine dunkle Begierde) und Steven Soderbergh (Haywire) zusammengearbeitet. Seine erste Kollaboration mit Ridley Scott war Prometheus, der weltweit mehr als 400 Mio. Dollar eingespielt hat. Fassbenders Talent ist weiterhin sehr gefragt und in kommender Zeit wird er neben seiner dritten Zusammenarbeit mit Steve McQueen in Twelve Years a Slave, neben Chiwetel Ejiofor, Brad Pitt und Benedict Cumberbatch, auch in Lenny Abrahamson’s Frank, neben Maggie Gyllenhaal und Scoot McNairy, und als Erik Lehnsherr/Magneto in X-Men: Days of Future Past zu sehen sein. 


Am Set von The Counselor in Spanien, spricht Fassbender unter anderem über seine Zusammenarbeit mit Ridley Scott und Cormac McCarthy’s Dialoge. 

Cormac McCarthy beschreibt den Film als eine Geschichte über einen Mann, der eine wirklich schlechte und schwerwiegende Entscheidung trifft. Was kannst du über deinen Charakter sagen?

Ich denke das Problem mit dem Counselor ist, dass er denkt er ist schlauer als er in Wahrheit ist. Er hat eine gewisse Arroganz an sich, die ihm teuer zu stehen kommt. Ich wollte ihn als ganz gewöhnlichen Typen anlegen, der sich einfach überschätzt. Er ist ein Risiko eingegangen, ohne sich voll und ganz über die Konsequenzen bewusst zu sein, die ihm dann auch über den Kopf steigen. Dabei bekommt er aber mehr als einmal die Gelegenheit, seine eigene Haut zu retten.

Du drehst heute eine Szene in der Villa von Javier Bardem’s Figur, eine extravagante Pool-Party. Kann es sein, dass der Counselor sich zu sehr in die Aussicht auf mehr Geld verliebt?

Ja, und wenn man sich den Lebensstil dieser Leute anschaut, erkennt man, dass Reiner [Anm.: Bardem’s Charakter] sein ganzes Geld ausgibt, weil Gefängnis oder Tod eine ständige Konstante sind. Man arbeitet mit zu vielen zusammen, die über die Geschäfte, die man betreibt, bescheid wissen. Die Leute mit denen man zusammenarbeitet könnten einem erledigen, die Rivalen könnten einem erwischen und natürlich die Polizei. Es ist ein stetiger Zustand der Paranoia und diese Leute müssen eine Menge opfern um in einer Welt wie dieser zu leben.

The Counselor ist Cormac McCarthy’s erstes originales Spielfilmdrehbuch; wie war es seine Dialoge zu spielen?

Eigentlich ist meine Figur eher ein Zuhörer. Er geht sehr sparsam mit seinen Worten um. Es wirkt fast so, als würde er ständig von seinem Umfeld belehrt werden, obwohl er derjenige ist, den man den Counselor nennt – das war ein Aspekt, den ich überaus interessant fand. Die Gelegenheit in einem so einzigartig und anspruchsvoll geschriebenen Film mitzuwirken, gibt es nicht sehr oft. Es ist eines jener Drehbücher, wo man nicht weiß, was als nächstes geschehen wird und wie sich die Figuren entwickeln. Cormac hat ein einzigartiges Gespür wann er Informationen enthüllt und wann er sie zurück hält, um es den Schauspielern oder den Zuschauern zu ermöglichen die Lücken zu füllen – und das ist ohne Zweifel eine Kunst für sich. 

Im Drehbuch gibt es diese gehaltvollen Dialoge …

Ja, also ich mag es, wenn man lange Takes hat, es macht einfach mehr Spaß und es steht nicht nur für die Schauspieler mehr auf dem Spiel, sondern für die gesamte Crew, falls etwas schief geht. Ich finde sie erschaffen eine ganz eigene Energie, die beim Drehen spürbar wird. Eine neun-seitige Szene mit Brad Pitt, Ridley reduziert auf drei Kameras und los geht’s. Es ist hart und schön zugleich. Die Beziehung meiner Figur zu Penelope Cruz’s Laura ist überaus glaubwürdig geschildert. Normalerweise würde man die Dinge, die sie zueinander sagen, als vulgär und geschmacklos bezeichnen, wenn sie sich nicht so ehrlich lieben würden. Da ist eine gewisse Ehrlichkeit im Umgang miteinander. 

Stellst du Cormac oft Fragen zu deiner Figur?

Eigentlich nicht. Meine Ansprechperson ist der Regisseur. Für mich ist es so, dass der Autor die Geschichte schreibt und der Regisseur nimmt das und macht daraus was er will. Für spezifische Fragen ist es gut ihn am Set zu haben, aber ich glaube ich hab ihn nur einmal was gefragt und zwar in Bezug auf Malkina [Anm.: Cameron Diaz]. Es gibt Auslassungen im Drehbuch und ich glaube nicht mal Cormac selbst weiß genau, womit sie zu füllen wären. Ich denke für ihn ist es Interessanter gewisse Sachen auszulassen und bloß Andeutungen zu machen, um nicht alles vorzugeben und durchzukauen. Das ist es auch, was es so interessant macht … alles ist so offensichtlich und vorhersehbar und er verweigert sich dem.

Wie unterscheidet sich dieser Dreh von deiner Zusammenarbeit mit Ridley Scott an Prometheus?

Na ja, zum einen kommen wir schneller voran. Ich weiß, Ridley hätte es auch bei Prometheus bevorzugt schneller vorwärts zu kommen, aber wenn man es mit 3D zu tun hat, dann dauert es einfach viel länger eine Szene vorzubereiten, und es kostet natürlich auch mehr. Dass wir so zügig voran kommen, hat sicher auch damit zu tun, dass wir schon bei Prometheus mit der gleichen Crew gearbeitet haben, Ridley ist was das betrifft sehr loyal, und dadurch funktioniert das Team wie eine gut geölte Maschine. Außerdem macht es Spaß die gleichen Leute wieder zu sehen, die in ihrem Bereich alle Weltklasse und sehr umgängliche Leute sind, das vereinfacht die Zusammenarbeit zusätzlich. Es ist zudem beeindruckend zu sehen, wie eine derart große Crew, Ridley arbeitet mit drei bis vier verschiedenen Kamerateams, reibungslos zusammenarbeiten.


Hilft es in der Zusammenarbeit mit Ridley, wenn man auf eine gemeinsame Vorgeschichte zurückblickt?

Auf jeden Fall. Ich bin immer Nervös, wenn ich eine neue Figur spiele, gerade am ersten Tag, wenn die Figur zum ersten Mal vor einem Publikum, also der Crew, spricht und geht. Bei Prometheus hab ich mir gedacht „Mein Gott, wie wird das nur werden?“ Aber Ridley und ich haben uns auf Anhieb gut verstanden, das war auch etwas, das mich sehr angenehm überrascht hat, dass er ein sehr schauspielerfreundlicher Regisseur ist. Er ist sehr genau mit den Schauspielern und seine Anmerkungen sind sehr einfallsreich und genau. Es macht wirklich Spaß mit ihm zusammenzuarbeiten. Ihn bei der Arbeit zu beobachten ist schon beeindruckend, er kennt sich in jedem Bereich aus und kann überall mitreden. Er ist sich ständig im klaren, was am Set passiert. Heute hatte er vier Kameras gleichzeitig laufen und zusätzlich die am Kran. 

Wie behalten Sie da den Überblick wo die Kameras sind?

Das ist die meiste Zeit nicht so wichtig. Man hat immer eine ungefähre Ahnung, wo sie sich befinden, damit man sich dementsprechend bewegen kann. 

Sie haben keine gemeinsamen Szenen mit Malkina, gespielt von Cameron Diaz. Wie wichtig ist ihre Figur für die Geschichte?

Stimmt, ich habe keine Szene mit ihr. Sie verlässt die Einstellung gerade wenn ich auftrete – wir streifen uns und ich bin mir ihrer Bewusst, weil ich Reiner kenne. Das haben wir erst heute gedreht. Sie fühlt sich in Reiner’s Welt sichtlich wohl, während er selbst nur glaubt, sich darin wohl zu fühlen, er aber in Wahrheit auch außerhalb seiner Liga spielt, genau wie der Counselor. Eine wirklich fantastische Besetzung und großartige Mischung. Es war einmalig wieder mit Brad Pitt spielen zu dürfen. Wir haben schon einiges zusammen gemacht. Wir waren zusammen in Inglourious Basterds, aber hatten kaum gemeinsame Szenen, aber dieses Jahr haben wir schon viel zusammen gespielt, einmal hier und dann noch in Twelve Years a Slave. Ich fühle mich da schon in einer sehr bevorzugten Lage. Es ist eine Sache Arbeit zu finden, Rollen zu spielen, aber die Chancen zu bekommen solche Filmen und mit diesen Leuten zu machen, übersteigt meine Erwartungen bei weitem.

By Joe Utichi – www.joeutichi.com