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In Memoriam Lou Reed

Sympathisch war er wohl nicht vielen Menschen, aber sein Talent kann kein Musikliebhaber von der Hand weisen: Lou Reed gehörte zu den bedeutendsten Künstlern unserer Zeit.

1942 im New Yorker Vorort Feeport in eine konservative jüdische Familie geboren, bezeichnete er seine Jugend stets als schwierig. Von den Eltern wurde er wegen seiner homosexuellen Neigung und störrischen Art in psychiatrische Behandlung geschickt, wo er Gerüchten zu Folge mit Elektroschocks therapiert wurde. Er fand die Musik als sein Ausdrucksmittel, beendete sein Studium in Englisch und gründete die Band The Primitives. Musikgeschichte schrieb er aber in einer anderen Konstellation.

John Cale, Maureen Ducker und Sterling Morrison haben zusammen mit Lou Reed 1965 The Velvet Underground ins Leben gerufen. Die Band wurde von Andy Warhol gefördert und stellte sich gegen die Hippie-Bewegung. 1967 erschien die erste Platte The Velvet Underground and Nico (berühmt auch wegen dem Bananen-Cover von Warhol). Vier weitere Alben und zahlreiche prägende Songs (unter anderem Foggy Notion, Venus in Furs, White Light/White Heat, Sunday Morning, Heroine oder Waiting For My Man) folgten.

1970 entschied sich Reed die Band zu verlassen und alleine weiter zu machen. Die Nummer, die er zu Beginn seiner Karriere sang, Walk on the Wild Side, schien bis zum Lebensende sein Motto zu bleiben. Verstörend, emotional und mitreißend zugleich machten die Songs von Reed sowohl bei The Velvet Underground, als als Solo-Musiker aus. Rock’n’Roll, Perfect Day, Sweet Jane und viele mehr, gelten noch heute als Meisterwerke des Künstlers. Ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch, da er oft seine Drogensucht, unter der er jahrelang litt, besang.

Am 27. Oktober 2013 starb Lou Reed unerwartet in New York. Mit seiner Art eckte er des Öfteren an – seine rechthaberischen und nicht gerade einfachen Interviews sind unter Kritikern bekannt und von seinen Fans geschätzt. Für seine affektiven Songs verehren ihn viele und das wird wohl noch weit über seinen Tod hinaus gehen. So bleibt am Ende nichts anderes, als dankend den Hut zu ziehen für all die schönen Songs und sich den Worten von Lou Reed anzuschließen: „She started dancing to that fine-fine music / ahh, her life was saved by rock ’n‘ roll

 „Oh, it’s such a perfect day
I’m glad I spent it with you
Oh, such a perfect day
You just keep me hanging on“

(Lou Reed 2. März 1972 – 27. Oktober 2013)
http://www.loureed.com




  • expresswaytoyourskull

    sehr gut geschrieben