Riddick-©-2013-Universum-Filmverleih,-Constantin(3)

Riddick

Nach dem schon dreizehn Jahre zurück liegendem Pitch Black, sowie dem zweiten Teil Riddick – Chroniken eines Kriegers kämpft Vin Diesel auch im schlichtbetitelten dritten Riddick-Film als tagblinder Verbrecher der fernen Zukunft ums eigene Überleben.

Riddick (Vin Diesel), von seinen eigenen Leuten verstoßen, erwacht auf einem sonnenverbrannten, scheinbar unbelebten Planeten. Und zwar so, wie sich das für einen Actionhelden gehört: ein muskulöser Arm bohrt sich aus der staubigen Erde und symbolisiert hochgestreckt die Unbesiegbarkeit des Helden. Schnell muss Riddick erkennen, dass es auf dem Planeten sehr wohl Leben gibt: diverse Monster-Aliens treiben hier ihr Unwesen und versuchen den Eindringling an Land, vom Wasser aus und aus der Luft zu verspeisen. Um den Planeten verlassen zu können, sieht Riddick nur einen Ausweg: Er löst ein Notsignal aus um Kopfgeldjäger auf den Planeten zu locken. Mit einem ihrer Raumschiffe hofft er dem unwirtlichen Wüstenplaneten entfliehen zu können. Und tatsächlich landen kurz darauf gleich zwei Raumschiffe: eines unter der Führung des Kopfgeldjägers Santana (Jordi Mollá) und eines unter jener von Johns (Matt Nable), dem ein persönliches Anliegen, das Rätsel um seinen Sohn, zu Riddick führt.

Vin Diesel spielt Riddick wie man es erwartet: hart, scheinbar unerbittlich, mit coolen Sprüchen und einer aus einem Bewußtsein entstehender Arroganz, seinen Gegenspieler immer einen Schritt voraus zu sein. Unerwartet offenbart er aber manchmal seinen weichen Kern und ein moralisches Bewusstsein – Riddick bleibt der Gute unter den Bösen. Prinzipiell versucht der Film, trotz aller erdenklichen Actionklischees thematische Tiefe anzudeuten. Über ein ständig betendes Mannschaftsmitglied von Johns wird etwa die Frage aufgeworfen, woran man festhalten kann bzw. woran man glauben soll, wenn man sich auf einem Planeten befindet, für den das Attribut „gottlos“ so unglaublich passend scheint? Auch der unaufhaltsame Drang des Menschen nach Hause zu kommen, an einem Ort wo er hingehört, koste es was es wolle, wird mit dem Rätsel um Johns’ Sohn aber auch Riddicks eigenem Schicksal aufgegriffen. Doch all das bleibt nur angedeutet, und geht in aneinandergereihten Kampf- und Action-Szenen unter.

Neben Vin Diesel, beeindruckend wie immer seine Subwoofer-Stimme im Original, überzeugt hauptsächlich Jordi Mollà als Santana. So authentisch ungehobelt, so unsympathisch ungeduldig, so dreist anarchistisch wird er zum eigentlich Highlight des Films und sorgt für die meisten der wenigen komischen Momente. Erwähnenswert ist auch der Auftritt des ehemaligen Profiwrestlers Dave Batista als Diaz , der manchmal seltsam ängstlichen rechten Hand Santanas.

Dass hinter diesem Riddick-Film keine große Produktionsfirma steht, wirkte sich auch auf das Budget aus: und das merkt man. Trotz der ästhetisch ansprechenden Landschaftsbilder, wenn Riddick seine Schutzbrille abnimmt und alles bezaubernd schimmert, überzeugen die animierten Bilder häufig nicht und wirken teilweise billig. Nicht nachvollziehbar bleibt auch, warum die Kopfgeldjäger einerseits mit Hightech-Ausrüstung aufwarten können, sich andererseits stilistisch am klassischen Seepiraten orientieren und Macheten schwingen.

Riddick bleibt ein recht vorhersehbarer Science-Fiction-Actionfilm. Tiefgreifendere Konflikte der Charaktere werden nur unzureichend angedeutet, wodurch sie eher stören als Gewinn bringen. Alle Vin Diesel- bzw. Riddick-Fans können jedenfalls aufatmen, denn der vierte und sogar ein fünfter Teil der Saga sind schon in Planung.

Regie & Drehbuch: David Twohy
Darsteller: Vin Diesel, Jordi Mollá, Matt Nable, Katie Sackoff
Laufzeit: 119 Minuten, Kinostart: 19.09.2013, www.riddick-movie.com