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The Wonderful 101

Call of Duty hier, Halo dort, der graue Einheitsbrei an dem die Spielergemeinde derzeit erstickt übertönt oftmals die mutigen Releases von Spielen wie The Wonderful 101, gerade für die Wii U erschienen.Da hat Platinum Games doch tatsächlich einen exklusiven Nintendo-Titel abgeliefert, verantwortlich darfür zeichnen  die selben kreativen Köpfe, die schon vor Anbeginn der Zeit einmal den exzentrischen und exzellenten Klassiker Viewtiful Joe ersonnen haben.

Die Erde wird von Horden gefährlicher Aliens überfallen, selbst ein Superheld hilft da wenig. Da müssen schon ganze 100 Helden an die Arbeit, die zusammen mit dem Spieler 101 wundervolle Weltenretter bilden und gegen die bösartige Invasion vorgehen. Stark inspiriert durch die abstruse Welt der Super Sentai, oder auch Power Rangers, unter dessen Marke das Material im Westen verwurstet wird, weiß das völlig überzeichnete Setting mit Irrwitz und Charme zu unterhalten.


The Wonderful 101 ist wie vom Studio gewohnt ein knallharter Action-Titel. Das besondere dabei ist, dass der Spieler ähnlich Nintendos Pikmin bis zu 100 Figuren gleichzeitig steuert. Über das Tablet, oder auch alternativ mit dem Analogstick, werden zum Auslösen von Spezialattacken ähnlich wie bei Okami Symbole gezeichnet. Die Fähigkeiten der unterschiedlichen Figuren lassen sich so zu mächtigen Kombos aneinanderreihen – man möchte meinen, das hört sich hektisch und unkontrollierbar an – und leider hätte man mit dieser Annahme auch recht. Das Problem ist, dass das Spiel ein präziser Action-Titel ist, der dem Spieler genaues Timing abverlangt.

Die Kontrollen über das Pad stehen dem leider entgegen, und so verliert man allzu oft den Überblick. Da erkennt das Spiel die Eingaben auch schon mal falsch, einmal kurz weggeblickt und das Geschehen kann in totales Chaos entgleisen, selbst die eigene Hauptfigur zu erkennen ist manchmal nicht so einfach. Den Kontrollproblemen steht ein umfangreiches System aus Spezialfähigkeiten und Extras gegenüber, das geduldige Erlernen der Eigenheiten zahlt sich allein schon deshalb aus, weil imposante Boss-Gefechte und vielfältige Umgebungen dafür sorgen, dass das Spiel nicht langweilig wird.

Das Problem mit kreativen Neuheiten ist, dass sie nicht immer durch und durch funktionieren. The Wonderful 101 ist ein gutes Beispiel für ein Spiel in dem sich die Entwickler mit einer noch nicht dagewesenen Idee beschäftigen und damit ein wenig übers Ziel hinausschießen. Die Ungereimtheiten, die The Wonderful 101 etwas zurückhalten, sind also nichts mehr als eine Begleiterscheinung für ein neuartiges Erlebnis und sollten niemanden davon abschrecken das Spiel zu probieren.

Plattform: Wii U (Version getestet), Spieler: 1, 1-5 (Co-Op), Altersfreigabe (PEGI): 12, Release: 23.08.2013, Link zur Homepage