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Maur Due & Lichter – This Night Was Meant To Stay

Herzlich gratuliert sei Maur Due & Lichter, kurz für Mauricio Duda und Daniel Lichter, zu ihrem zweiten Album, mit dem sie zwar eine andere Fährte eingeschlagen, aber damit die perfekte Richtung getroffen haben…

War der Erstling der Band noch mit gewollt poppiger Attitüde versehen, mischt sich hier, auf This Night Was Meant To Stay, das Singer-Songwritertum erfolgreich mit vermehrt elektronischem Einfluss. Die Platte ist mit ihren 11 Songs generiert nach einer Partynacht, bzw. nach den stufenweise erlebten Eindrücken eines Heimkehrers, wo zuerst, als er wieder in die Stadt kommt, mit einfachen Beats Oni, das erste Stück, vorgestellt wird.

Man bereitet sich vor: Das Nächste, was ansteht, ist das Wiedersehen mit Freunden, das gemütliche Bier, bevor es dann ab in den Club geht. So gesellt sich nach ruhiger Einstimmung das Klavier dazu, das dann in Mercury’s Rising von der gezupften Gitarre und einer verzerrten Stimme abgelöst wird und ganz schön in die Fußstapfen des Australo-Musikers Gotye zu gehen scheint. Langsam begibt man sich hier in Partystimmung. Die ersten Einstimmungs-Songs gipfeln im (sagen wir mal, ohne das abgedroschene Wort zu häufig verwenden zu wollen, einem gut und gerne Sommerhit 2013 – für alle, denen Get Lucky auch langsam aber doch zu kommerziell und oft eingesetzt wird) ersten richtigen Höhepunkt, nämlich der bereits erfolgreichen Single Never Found A Way. Hierbei ist einfach alles geglückt: Das schreit nur so nach Sand, Strand und richtig guten Cocktails. Anders will man sich eine Sommerparty nach diesem Song gar nicht mehr vorstellen.



Bright Lights Big City
bringt dann wieder die Melancholie, die doch auch immer überall ein bisschen mitschwingt, auf einen erneuten Höhepunkt. Mit der zierlichen Stimme von Yves Volià gewinnt dieses Album noch dazu eine gelungene Abrundung. Mit Cruiser sind wir schließlich im Club angekommen, die Hüfte darf also jetzt gewackelt werden, bevor bei Maybes auf einmal ein ganz anderer Ton angeschlagen wird: Eine ruhige, schöne Gitarre zeigt einfach nur erneut die Vielfalt dieser Platte, die beinahe alles vereint, was möglich ist. Wenn man auch glaubt, es gibt keine Steigerung mehr, muss man sich noch Eden’s Weather anhören, das wohl beste Stück der Platte. Hier kommt die elegante Stimme mit dick aufgetragenen Percussions und einem einfach mitreißenden Takt daher, der einen glücklich in die laue Sommernacht verabschiedet.

Maur Due & Lichter haben hier ein Album vorgelegt, das sich gut und gerne nicht nur in Wien, sondern ebenso gut in Barcelona, Istanbul oder New York als maßgebliches Werk der Szene denken lässt. Tipp: Anhören und dazu seine ganz eigene Geschichte zum sommerlichen Freimut und der Unbändigkeit einer ausgelassenen Nacht in Gedanken basteln

Maur Due & Lichter – This Night Was Meant To Stay, Las Vegas Records, www.maurduelichter.com