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The Loneliest Planet

Der georgische Kaukasus – ein junges, amerikanisches Pärchen sucht sich ausgerechnet diese abgeschiedene und einsame Gegend für ihren Backpacking-Urlaub aus. Doch eine Begegnung mit einer Gruppe Einheimischer und einem Maschinengewehr, bringt die beiden Amerikaner an die Grenzen ihrer Beziehung…

Nica (Hani Furstenberg) und Alex (Gael García Bernal) wollen vor ihrer Hochzeit noch einmal durch den Kaukasus wandern. In Georgien organisieren sie sich einen Führer, der sie durch die malerische Berglandschaft begleiten soll. Eine unerwartete Begegnung mit Einheimischen und deren Waffen lässt Nica jedoch an ihrer Beziehung zweifeln. Bedroht von einem Maschinengewehr versteckt sich Alex zuerst hinter seiner Verlobten. Erst nach einigen Sekunden gewinnt Alex seine Fassung zurück und versucht seine Freundin zu beschützen. Die verstörte Nica glaubt nicht länger an ihre Beziehung zu Alex und beginnt sich langsam dem georgischen Führer zuzuwenden.

 

Ruhig, ohne Kitsch und ohne große, dramatische Hollywoodgesten inszeniert die russisch-amerikanische Regisseurin Julia Loktev das Beziehungsdrama rund um Alex und Nica. Ein kurzer Moment reicht, um die Vertrautheit zwischen den beiden, die in der ersten Hälfte des Films den Zusehern mit nur wenigen Worten, aber vielen Bildern näher gebracht wird, zu zerstören. Ab diesem Moment verändert sich das Verhalten von Alex und Nica zueinander radikal. Den beiden wird bewusst, dass sie das Bild, das sie vom jeweils anderen bisher hatten, neu überdenken müssen. Die Sicherheit in der Beziehung ist zerstört.

Überhaupt setzt die Regisseurin bei der Inszenierung von The Loneliest Planet mehr auf Bilder, als auf Worte. Anstatt großer Liebeserklärungen und zahlreichen Treuebekundungen, zeigt Loktev sehr realistisch eine Beziehung zweier Menschen, die sich viel mehr auf kleine Gesten stützt. Leider jedoch ist die Regisseurin von der malerischen Berglandschaft des Kaukasus beinahe mehr fasziniert, als von ihren Figuren. Allzu oft drängen sich ausgedehnte Landschaftsaufnahmen in den Mittelpunkt des Films und die eigentliche Geschichte rund um das Liebespaar bleibt auf der Strecke.

Dabei gehen sowohl Gael García Bernal, als auch Hani Furstenberg in ihren Rollen auf. Beiden gelingt es, die plötzliche Veränderung in ihrer Beziehung packend darzustellen. Wo sich vor der Begegnung mit den Einheimischen Freude und Abenteuerlust auf Nicas Gesicht widerspiegelten, zeigt ihre Mimik danach Enttäuschung und Trauer. Auch Bernal gelingt es, durch seine Körpersprache die Belastung des Erlebten beeindruckend festzuhalten.

The Loneliest Planet ist eine packende Filmstudie einer Liebesbeziehung, weit abseits des üblichen Kitsch, bei der sich jedoch leider die Landschaftsbilder zunehmend in den Mittelpunkt drängen und den Gesamteindruck daher trüben.

Regie: Julia Loktev, Drehbuch: Julia Loktev, Tom Bissell, Darsteller: Hani Furstenberg, Gael García Bernal, Bidzina Gujabidze, Laufzeit: 113 Minuten, Kinostart: 14.06.2013, www.theloneliestplanet-derfilm.de