Seelen-©-2013-Constantin,-Concorde-Filmverleih

Seelen

Wenn man an Romanverfilmungen von Stephenie Meyer denkt, fällt einem sofort Twilight ein und zuckt erschreckt zusammen. Andrew Niccol, der zuletzt mit In Time nicht überzeugen konnte, versucht nun seinerseits zu beweisen, dass es auch anders geht.

Melanie (Saoirse Ronan) tut alles, um ihre Familie vor den außerirdischen Invasoren zu beschützen. Eines Tages jedoch wird sie gefangen genommen und erkennt, dass man die Feinde nur von innen besiegen kann. Melanies Körper wird von der außerirdischen Seele Wanda besetzt. Sie soll den Suchern dabei helfen, andere versteckte Menschen zu finden und zu assimilieren. Doch Melanie wehrt sich heftig gegen die Übernahme ihres eigenen Körpers und bringt die wandernde Seele dazu, ihre Emotionen und Gefühle für ihre Familie zu teilen.

 

Mehr und mehr wehrt sich nun auch Sie gegen den Einfluss der Sucherin (Diane Krüger) und gemeinsam mit Melanie flieht sie aus der  Sicherheit der Zivilisation in die Wüste – den Ort, wo Melanie ihre Familie vermutet. Bald wird sie von ihrem Onkel Jeb (William Hurt) bewusstlos aufgefunden – doch der silbrige Ring um ihre Iris verrät, dass sie nicht allein in ihrem Körper ist. Widerwillig wird sie in die Höhle der überlebenden Rebellen geführt – wo ihr kleiner Bruder Jamie (Chandler Canterbury) und ihr Geliebter Jared (Max Irons) bereits auf sie warten. Nur langsam gewöhnen sich die anderen an ihre Anwesenheit. Doch mit der Zeit erkennen sowohl Melanie als auch Wanda, dass ein Leben ohne die jeweils andere nicht mehr vorstellbar ist.

Die Science Fiction Geschichte von Stephenie Meyer beschäftigt sich wieder mit einem Liebesdreieck. Allerdings sind es doch vier Personen, von denen sich zwei einen Körper teilen müssen. Andrew Niccol war sich wohl bewusst, dass man mit Vorsicht an die Werke Meyers heran zu gehen hat: Eine große Fangemeinde erwartet mitunter unvorstellbare Dinge. Doch hier hat er sich erstaunlich genau an die Vorlage gehalten und den inneren Kampf dieser beiden Frauen treffend inszeniert. Dazu muss gesagt werden, dass Saoirse Ronan diese völlig gegensätzlichen Charaktere hervorragend darstellt und in ihrem Spiel voneinander trennen kann.

Natürlich wurden die Actionsequenzen etwas übertrieben und dramatisch ausgebaut, um den doch eher ruhigen Erzählstil von Meyer auszugleichen. Das der Onkel und Rebellenanführer von William Hurt gespielt wird, ist wirklich ein Sahnehäubchen und verleiht dem Film ungleich mehr an Authentizität. Die Sets sind hervorragend gebaut und geben Seelen ein gutes Stimmungsbild. Während die Sucher in ihrem Streben nach vollkommer Assimilation teilweise überzogen wirken – das könnte aber auch an Diange Krüger liegen – wird der Kampf um die eigene Art und Identität sehr gut geschildert.

Seelen bewegt sich dankenswerterweise weitab vom Twilight-Kitsch (Kritik zum letzten Teil) und beschäftigt sich auch mit ernsteren Themen. Dennoch sind natürlich alle Hauptakteure jung und schön anzusehen und es ist offensichtlich, dass sich der Film vorwiegend auf ein jüngeres Publikum konzentriert. Da Seelen aber sogar philosophische Ansätze und gute Ideen in Bezug auf die menschliche Natur beinhaltet, bewegt er sich damit abwegs des typischen Teenie-Actionfilms und entwickelt sich zu einer interessanten Romanadaption.

Regie & Drehbuch: Andrew Niccol, Darsteller: Saoirse Ronan, William Hurt, Diane Krüger, Max Irons, Laufzeit: 125 Minuten, Filmstart: 13.06.2013, www.seelen-derfilm.de