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Phoenix – Bankrupt

14 Jahre lang besteht die französische Band Phoenix aus Versailles rund um die Brüder Christian Mazzalai und Laurent Brancowitz nun schon und doch hat man immer noch das Gefühl, es handele sich um einen Geheimtipp…

Einmal in die Liga der Fans aufgenommen, geht die Exklusivität dieser ausnahmslos locker-lässigen und irgendwie unnahbaren Musiker nicht unter im Kommerz-Meer. Und obwohl schon bei einigen Soundtracks mitgewirkt (Sophia Coppola ist mit Sänger Thomas Mars bekanntlicherweise liiert) als auch sonst bei anderen künstlerischen Projekten die Finger im Spiel, Phoenix sind auch jetzt nicht unter die Top-Bekanntheiten der Ile de France einzureihen. Was sagt man dazu? Gut so.

Bankrupt!, das neue Album der Band, lässt die Vorfreude wieder einmal unerwartete Höhen erklimmen. Hört man da erst einmal rein, wird man auch das oben genannte Gefühl nicht los: Die Musik lässt sich hier Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes. Es wird nicht ein Album nach dem nächsten und schon gar nicht ein Stück nach dem anderen auf den Markt geworfen. Da wird produziert und eingespielt, wie es gerade in den Kram passt. Oder kann man diese locker-lässige Art, die Phoenix immer wieder so charmant zu verkörpern imstande sind, irgendwie anders erklären. L’art pour l’art, um gleich im französischen Sprachgebrauch die richtige Entsprechung zu suchen.



Entertainment war der Single-Vorbote und damit ist die Wahl auch gut gefallen. Wie erwartet mischt sich hier die unverkennbare Stimme von Thomas Mars mit einer eingängigen Melodie, die 80er Jahre packen doch ein bisschen den Synthie-Pop dazu und Phoenix sind wieder einmal zur Meisterschaft aufgelaufen. Auch wenn das Stück vielleicht noch nicht ganz an 1901 oder Ähnliches aus dem Vorgängerwerk anschließen kann – das wird sich auch noch im weiteren Verlauf zeigen: Wurde Wolfgang Amadeus Phoenix zahlreich geehrt und besiegelte den Ruhm der Band weitestgehend (da darf sogar der arrogante Titel noch einmal gelten), schließt Bankrupt! stilistisch eben dort an, wächst aber nicht über sich hinaus. Wobei das ein – oder andere Stück in die Liga ihrer Besten aufgenommen werden könnte, zu nennen hier SOS in Bel Air.

Die Gefahr bei diesem säuselnden Tanz-Pop ist es, in Seichtheit einzubrechen und unter eintönig eingereiht zu werden. Diese holt Phoenix jedoch noch nicht ein, auch wenn man sagen muss, dass Bankrupt! nicht „DAS“ Album der Band darstellt. Erwartungen also bestätigt, übertroffen leider nicht.

Phoenix – Banrupt, Warner Music, www.wearephoenix.com