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Side Effects

Eine jede Pille hat ihre Nebenwirkungen – aber eine so unvorhergesehene wie Mord?

Nach fünf Jahren Haft wegen Insidergeschäften wird der junge Martin Taylor (Channing Tatum) aus dem Gefängnis entlassen. Freudig begrüßt wird er dabei von seiner Frau Emily (Rooney Mara) und seiner Mutter (Ann Dowd). Doch bald nach seiner Freilassung werden die neuen Umstände zu viel für Emily- sie wird depressiv und zieht sich immer mehr zurück. Eines Morgens setzt sie ihr Auto gegen die Wand. Im Krankenhaus nimmt ihr der Psychiater Dr. Banks (Jude Law) das Versprechen ab, sich in therapeutische Behandlung zu begeben. Als sie ihn daraufhin besucht, beginnt er sie mit verschiedenen Psychopharmaka zu behandeln. Nichts hilft  jedoch, nur die unangenehmen Nebenwirkungen zeigen sich. Emily hat Probleme sich in die Öffentlichkeit zu begeben und Martin kämpft damit, einen neuen Job zu finden.


Bis das Medikament Ablixa auftaucht und Dr. Banks sich von Emily´s ehemaliger Psychiaterin Dr. Siebert (Catherine Zeta-Jones) überreden lässt, es auszuprobieren. Die neue Droge wirkt, bis auf einen Unterschied: Emily schlafwandelt. Eines Tages tötet sie im Schlaf Martin und kann sich hinterher an nichts mehr erinnern. Dr. Banks ist entsetzt und beginnt die Wirkung des Medikaments zu erforschen – sehr zu Lasten seiner Familie. Dabei deckt er mehr und mehr eine Verschwörung von ungeahntem Ausmaß auf.

Steven Soderberghs wahrhaft psychologischer Thriller beschäftigt sich mit übertriebener Medikamenteneinnahme und dem rätselhaften amerikanischen Rechtssystem. Das Drehbuch bemüht sich, viele Richtungswechsel und überraschende Wendungen einzubauen – doch bald wird einem bewusst, dass dies nur dazu dient vom Offensichtlichen abzulenken. Die Handlung entwickelt sich nur langsam, dennoch ist man auf die Entwicklung gespannt. Spätestens zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlungen übernimmt Jude Law die Hauptrolle von Rooney Mara. Er spielt den Arzt wundervoll obsessiv und detailverliebt.

Rooney Mara macht ihre Sache zwar gut, ist aber nicht durchweg glaubwürdig in ihrer Rolle als Depressive. Während die Wandlung der Figuren zwar interessant zu beobachten ist, lässt die Auflösung dann doch zu wünschen übrig. Besonders Catherine Zeta-Jones wirkt in ihrer Rolle peinlich und überflüssig. Die Eigenheiten des amerikanischen Rechtssystems werden beleuchtet, aber auch der Einfluss und die Macht der hinzugezogenen Psychiater. Letztendlich liegt der Schwerpunkt darauf, dass jeder Mensch korrumpierbar ist und dies stellt auch den interessantesten Handlungsstrang dar.  

Die Kameraführung und der Erzählstil sind laut Soderbergh angelehnt an den Film Fatal Attraction und versuchen so den Thriller der 80er Jahre wieder auferstehen zu lassen. Soderbergh setzt die Idee aus dem Drehbuch von Scott Z. Burns zwar gekonnt um, das Endergebnis fällt dennoch etwas schwach aus. Ein guter Thriller, jedoch nicht so durchdacht wie Argo (zur Kritik).

Regie: Steven Soderbergh,  Drehbuch: Scott Z. Burns, Darsteller: Rooney Mara, Jude Law, Channing Tatum, Catherine Zeta-Jones, Laufzeit: 106 Minuten, Kinostart: 25.04.2013, www.sideeffectsmayvary.com