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Mama

Zwei kleine Kinder überleben fünf Jahre lang alleine in einer Hütte im Wald. Als sie vollkommen verwahrlost und verwildert gefunden werden, gibt ihr Überleben große Rätsel auf. Horrormeister Guillermo Del Toro höchstpersönlich hat dem argentinischem Regisseur Andrés Muschietti bei seinem Spielfilmdebüt unter die Arme gegriffen…

Verzweifelt und durch die Wirtschaftskrise 2008 völlig aus der Bahn geworfen erschießt Familienvater Jeffrey zuerst seine Frau und flüchtet danach mit seinen beiden Töchtern in den Wald, wo er auch die Mädchen und sich selbst umbringen will. Ein geisterhaftes Wesen rettet jedoch die Töchter und tötet den Vater. Fünf Jahre später werden die Mädchen in einer Hütte im Wald gefunden. Die beiden haben animalische Züge angenommen und sind kaum fähig zu sprechen. Sie erzählen jedoch von einem Wesen, das sie „Mama“ nennen und das sich all die Jahre um sie gekümmert hat. Der Onkel der Kinder und dessen Freundin sollen sich fortan um die Mädchen kümmern. Schon bald bemerken sie aber, dass gemeinsam mit den Kindern auch die mysteriöse „Mama“ in ihr Haus eingezogen ist.


 

Wo Guillermo Del Toro drauf steht ist normalerweise fantastisch fabelhaft inszenierter Horror drinnen. In diesem Fall weckt der Name jedoch Erwartungen, die der Film nicht halten kann. Die Grundidee ist genauso alt wie das Horrorgenre selbst. Ein geisterhaftes Wesen hängt an etwas fest, dass es im früheren Leben verloren hat und ist bei der Verfolgung seiner Ziele alles andere als zimperlich.

Leider jedoch schafft es Regisseur Andrés Muschietti nicht, die zu Beginn des Films aufgebaute Spannung, über den gesamten Zeitraum hinweg aufrechtzuerhalten. Das Rätsel um das Wesen, das die beiden Mädchen „Mama“ nennen, wird viel zu schnell gelöst und auch die Gestalt selbst bleibt nicht lange verborgen. Anstatt darauf zu setzten, dass das Unbekannte häufig am gruseligsten ist, zeigt Muschietti „Mama“ schon sehr früh im Film in ihrer ganzen „Pracht“ und nimmt damit der Gestalt ihre Grauenhaftigkeit. Man gewöhnt sich sehr schnell an die CGI-animierte „Mama“ und das Fürchten bleibt auf der Strecke.

Vor der viel zu schnellen Lösung des Rätsels ist Mama jedoch durchaus gut gelungen. Muschietti setzt vor allem auf etablierte Schockeffekte, die auch nach Jahrzehnten ihre Wirkung auf den Zuseher noch nicht verloren haben. Lange dunkle Gänge, flackerndes Licht, körperlose Stimmen und seltsame Geräusche nutzt der Regisseur gekonnt, für effektvolle Schocksequenzen.

Doch auch die oscarprämierte Jessica Chastain kann den Film, mit ihrer etwas missglückten Rolle als Rock’n’Roll Ersatzmutter, nicht retten. Die miserable Dramaturgie nimmt Mama, trotz guter Ansätze, jede Chance ein Fest für Horrorfans zu werden.

Regie: Andrés Muschietti, Drehbuch: Neil Cross, Andrés Muschietti, Darsteller: Jessica Chastain, Nikolaj Coster-Waldau, Megan Charpentier, Isabelle Nélisse, Daniel Kash
Laufzeit: 100 Minuten, Kinostart: 19.04.2013, www.mamamovie.com




  • Chris

    Bin auch etwas enttäuscht – vor allem von Chastain, die – überraschend – fehlbesetzt ist…Kein merklicher Spannungsbogen vorhanden, zu einfache dramaturgische Gestaltung und recht billige Schock-Elemente..mal sehen ob Evil Dead mehr drauf hat..

    • Martina Z

      ich werde ihn mir ja trotzdem anschauen. chastain fehlbesetzt … weshalb überraschend?

    • Chris

      naja weil die Dame eigentlich recht intelligent bei Ihrer Rollenauswahl vorgeht…in diesem Fall aber leider weniger.