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Nano Assault EX

Shin’en Multimedia ist ein deutsches Studio das sich schon erstaunlich lange auf dem Handheld-Markt behauptet. Vor allem mit soliden Shmups hat man sich im Laufe der Jahre einen Namen gemacht, völlig klar also, dass auch der 3DS mit einem Ableger bestückt wird. Überraschend daran war, dass der Titel exklusiv im amerikanischen Raum erschienen ist – ein Fehler der nun mit einer aufgepeppten Version als Nintendo eShop-Release behoben werden soll.

Nano Assault EX sucht sich eine recht ungewöhliche Kulisse: Die fulminanten Gefechte finden nicht wie üblich im Weltall statt, sondern im Mikrokosmos bakterieller Organismen oder Zellen. Mit Nanodronen gilt es in unterschiedlichen Gameplay-Varianten die Oberflächen von mikroskpisch kleinen Angreifern zu säubern.

Die meisten Missionen bieten dem Spieler DualStick-Shooter Einlagen. Ein Genre, in dem ein Controlstick zum Bewegen, der andere zum Schießen dient, ist auf einem System, das normalerweise nur über einen Stick verfügt, natürlich nicht unbedingt ideal aufgehoben. Aber einerseits funktioniert die Steuerung auch mit den vier analogen Buttons des 3DS, andererseits gibt es das Circle Pad Pro zur Unterstützung. Die Levels erinnern mit ihren planetoiden Oberflächen stark an Super Mario Galaxy – eine Struktur, die dem Gameplay gut zu Gesicht steht. Der Spieler muss das Areal nach Feinden und Pickups durchsuchen und wird dabei stets mit neuen Hindernissen konfrontiert.


 

Dazu gesellen sich aber auch Railshooter-Einlagen im Stil von Starfox. Das Schiff fliegt dabei durch surreale Zellstrukturen und muss zahlreichen Gegnern und Geschossen ausweichen. Anders als bei Starfox sind diese Einlagen allerdings äußerst fordernd, denn ein Treffer bedeutet den Tod. Zum Abrunden wirft der Spielablauf dann noch den einen oder anderen Bosskampf ins Geschehen: An Abwechslung fehlt es diesem Shooter wahrlich nicht, vor allem da sich um die Levels auch noch verschiedene Modi reihen, die den Spieler mit Unlockables und Online-Highscores motivieren.

Egal in welchem Modus, hervorstechend ist bei diesem Titel die atemberaubende Optik. Hochdetaillierte Umgebungen erwecken den Eindruck, man blickt tatsächlich direkt in ein Elektronenmikroskop. Die Levels warten mit verspielten Shading-Effekten und räumlichen Designelementen auf und lassen selbst für normale Konsolenverhältnisse wenig zu wünschen übrig. Der 3D-Effekt setzt dem visuellen Spektakel dann noch die Krone auf, da können auf dem Handheld-Markt nicht viele Titel mithalten.

Weniger berauschend ist leider das Gameplay. Die Shooting-Mechaniken sind enttäuschend simpel ausgefallen – da gibt es keine Upgrades oder Feinheiten. Die rauen Ecken wie etwa die analoge Schusskontrollen oder der frustrierende Grad an Präzision, den Nano Assault EX einfordert, stechen so besonders hervor. Man wünscht sich die Spielmechaniken hätten das selbe Maß an Aufmerksamkeit erhalten wie die sensationelle grafische Präsentation.

Dankenswerter Weise wird das Ganze aber noch mit einem Feature aufgewertet: Mit dem Aufsammeln von blauen Kapseln, die die Gegner hinterlassen, lässt sich die Anzahl der Leben, die ein Spieler in das Level mit nimmt, erhöhen. Dadurch werden die frustrierenden Elemente Stück für Stück entschärft und der Spieler erhält eine Motivation auch alte Levels erneut zu spielen, was dem Ablauf dringend benötigte Langlebigkeit verleiht. Dazu lassen sich Gegnergalerien und Soundtracks freischalten, wozu alternativ erfreulicherweise auch mal wieder 3DS-Playcoins zum Einsatz kommen.

Als Fazit bleibt zu sagen dass Spieler in Europa das großes Glück haben, dass Nano Assault EX nicht als Retail-Titel erschienen ist. Denn als Budget eShop-Release macht das abwechslungsreiche Schmup eine beachtliche Figur und ist ohne Umschweife trotz kleinerer Schwächen eine Empfehlung wert.

Plattform: 3DS (eShop, Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 7, Release: 07.03.2013, www.nanoassaultgame.com