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G.I. Joe – Die Abrechnung

Wenn die Elite-Einheit G.I. Joe ausgelöscht werden soll, geht das naturgemäß schief, denn diese Soldaten sind hart im Nehmen. Regisseur Jon M. Chu bietet mit G.I. Joe – Die Abrechnung einen actiongeladenen Film, der allerdings nicht auf ganzer Linie überzeugen kann.

Die Story ist ziemlich einfach gestrickt: Die Kontrolle über das Weiße Haus wurde von der terroristischen Geheimorganisation Cobra übernommen. Der Verwandlungskünstler Zartan (Arnold Vosloo) gibt sich als US-Präsident aus, während das wahre Staatsoberhaupt (Jonathan Pryce) in einem Keller gefangen gehalten und gefoltert wird. Ziel von Cobra ist es, den Aufenthaltsort von dem in einem Hochsicherheitsgefängnis eingesperrten Cobra Commander (Luke Bracey) zu erfahren, um diesen zu befreien. Außerdem soll die Elite-Einheit G.I. Joe ausgelöscht werden. Bei einem Camp in Pakistan wird die Spezialeinheit mittels Luftangriff vollkommen zerstört, nur drei der Joes überleben: Roadblock (Dwayne Johnson), Flint (D.J. Cotrona) und Lady Jaye (Adrianne Palicki). Um die Bevölkerung nicht gegen sich aufzuhetzen, erklärt der falsche US-Präsident, dass die Joes ihre Loyalität gegenüber ihrem Land gekündigt haben. Natürlich lassen die Überlebenden den Anschlag nicht so einfach auf sich sitzen und beschließen der Verschwörung auf den Grund zu gehen, und ihre Kameraden zu rächen. Dabei erhalten sie Unterstützung von dem schon in die Jahre gekommenen General Joe Colton (Bruce Willis), dem ehemaligen Gründer und Namensgeber von G.I. Joe.


 

Die Story bei einem Actionfilm zu hinterfragen ist ja meistens vergebene Mühe, so auch bei G.I. Joe – Die Abrechnung. Selbstverständlich ist man von der Geschichte nicht überrascht, Aha-Momente gibt es also keine, was ja nicht unbedingt ein Muss ist, allerdings einem Vertreter dieses Genres hin und wieder ganz gut tun würde. Abgesehen davon ist die Zusammensetzung des Casts gut gewählt, Bruce Willis wirkt zwar neben Parade-Cornetto Dwayne Johnson ziemlich schmächtig, was aber eigentlich ganz gut zu seiner Rolle als alternden Elite-Soldaten passt. Eine ziemlich vergebene Chance bildet die Rolle von Channing Tatum, der sich mit seinen letzten paar Filmen (21 Jump Street, Magic Mike) vor allem bei Frauen besonders beliebt gemacht hat. Adrianne Palicki spielt die verführerische, aber dennoch knallharte Elitesoldatin so wie man sie halt spielen soll, Vaterkomplex inklusive.

Die Actionszenen dürften aber für die meisten Zuschauer befriedigend sein. Kleine explodierende Glühwürmchen hier, ein paar Kampfszenen da und auch jede Menge Waffen kommen zum Einsatz. Obwohl die meisten actiongeladenen Szenen durch keine besondere Raffinesse auffallen, so gibt es doch eine erwähnenswerte Ausnahme: Die sehr schön choreografierte Kampfszene im Hochgebirge, bei der sich Ninjas von Gebirgswand zu Gebirgswand schwingen. Vor allem hier hat sich wohl die nachträgliche Umwandlung in 3D ausgezahlt.

Das Finale ist dafür umso enttäuschender. Genauso rasant wie der Streifen beginnt, mit einer Geiselbefreiung, von der danach nie wieder die Rede ist, endet er auch. Gegenwehr gibt es zum Schluss so gut wie keine und auch danach befindet man sich auf gewohntem Wege. Die Joes werden für ihre Tapferkeit und ihr Engagement um ihr Land ausgezeichnet, auch Lady Jaye schafft es schließlich ihren Vaterkomplex abzuschütteln, und einem Happy End steht nichts mehr im Wege.

Regisseur John M. Chu zeigt, dass er zwar einiges an Ideen für die G.I. Joes liefern kann, diese aber nicht konsequent genug umsetzt. Selbst ein Bruce Willis, der normalerweise immer gut funktioniert, bleibt irgendwie neben der Spur und kann nicht wirklich überzeugen. Abgesehen von einer wirklich guten Actionsszene und ein paar guten Ideen, ist G.I. Joe – Die Abrechnung wohl nur für wahre Fans den Kinobesuch wert.

Regie: Jon M. Chu, Drehbuch: Rhett Reese, Paul Wernick
Darsteller: Dwayne Johnson, Channing Tatum, Bruce Willis, Adrianne Palicki, Ray Park, Ray Stevenson
Laufzeit: 110 Minuten, Kinostart: 28.03.2013, www.gi-joe.at