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Aero Porter

Nachdem wir uns nun bereits zwei Titel aus der japanischen Game-Kollektion Guild01 vom renommierten Publisher Level 5 angesehen haben, wollen wir nun den letzten auch nicht auslassen.

Ursprünglich beinhaltete die Reihe zwar einen vierten Titel, in dem man sich als Schmied betätigt und Waffen an Rollenspiel-Helden verkauft, aber leider hat man diesen nicht einer Übersetzung für würdig befunden und das Werk bleibt Japan vorbehalten. Zur Zusammenfassung: Da hatten wir ein Rollenspiel – Crimson Shroud (zur Kritik) – und einen Shooter, Libration Maiden (zu unserer Kritik). Es bleibt also nur noch ein Genre übrig, völlig klar: Aero Porter ist eine Flughafengepäcksortierungssimulation.


Im weitesten Sinne auch als Puzzle-Spiel zu deklarieren, zeichnet sich der Titel durch ein paar Besonderheiten aus: Ziel ist es Gepäckstücke von Fließband zu Fließband zu sortieren und dem passenden Flug zuzuordnen. Ein Spieler beginnt recht handhabbar mit drei Fließbändern, schnell werden diese aber auf sieben aufgestockt und das Geschehen wird hektisch. Zum Umsortieren müssen Weichen gestellt werden – die können aber nur auf allen Ebenen gleichzeitig betätigt werden, weshalb beim Schlichten oftmals der Fortschritt wieder zunichte gemacht wird. Darüber hinaus muss stets ein Auge auf den Treibstoffstand der Maschinen geworfen werden, denn wenn der erstmal aufgebraucht ist, kommt der ganze Flughafen zum Stehen. Ab und an gibt es Sonder-Events – wie explosive Gepäckstücke (!), die in Sicherheit gebracht werden müssen – oder spezielle VIP Gepäckstücke, die Priorität erhalten oder mit anderen Farben gekennzeichnet sind.

Kurzum: Das Spiel wird in Windeseile zu einer unheimlich stressigen Angelegenheit. Anders als bei herkömmlichen Puzzlespielen gibt es keine Möglichkeit alle Aufgaben perfekt zu meistern – die Kunst liegt darin effiziente Abstriche zu machen, Prioritäten zu setzen und nebenbei zu versuchen das Beste auf der Aufgabe herauszuholen. Dazu meldet sich der Designer des Spiels regelmäßig zu Wort: Yoot Saito (im Spiel „Bob“ genannt) lässt es sich nicht nehmen, den Spieler mit hohen Erwartungen zu konfrontieren und bei Versagen immer wieder seiner Enttäuschung Ausdruck zu verleihen. Unterstrichen wird die eigentümliche Atmosphäre von einer realistischen Geräuschkulisse, die die hektische Flughafen-Atmosphäre zunehmend verstärkt.

Und so entsteht unvermeidlich der Eindruck, man übt tatsächlich einen Fließbandjob in Japan aus, was im Grunde die korrekte Weise ist, den Titel zu beschreiben. Aufrichtiger Spielspaß kommt wohl wirklich nur für Sortierungs-Autisten hoch, was es schwierig macht den Titel zu empfehlen. Weniger Spiel, vielmehr echter Job: Aero Porter gelingt es nicht, einen wirklich unterhaltsamen Rahmen zu schaffen, der den Spieler immer wieder anzieht. Dank mangelnder Verbreitung ist auch das Streetpass-Feature, das es erlaubt, spezielle Flüge hin- und herzuschicken, um zusätzlich Geld zu verdienen. eher sinnlos. Der Titel zeichnet sich primär durch eine bizarre Atmosphäre aus, eine Anschaffung will also wohl überlegt sein.

Übrigens: In Japan ist die nächste Sammlung bereits erschienen. Guild02 besteht aus drei Spielen und man munkelt dass zwei davon bereits für eine Lokalisierung vorbereitet werden: Bugs vs. Tanks von Keiji Inafune erlaubt es den Spielern mit kleinen Panzern Jagd auf Insekten zu machen und The Starship Damrey ist ein Adventure, in dem der Spieler ohne Gedächtnis auf einer Raumstation erwacht. Man darf gespannt sein.

Plattform: 3DS (eShop, Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 3, Release: 29.11.2012, http://level5ia.com/blackbox/uk/aero-porter/