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Ein MordsTeam

Eine Paarung wider Willen entwickelt sich zum Besten aus zwei Welten.

Der junge Kommissar Ousmane (Omar Sy) ist einem großen Betrug auf der Spur, als in seinem Elendsviertel Boubigny der Pariser Vorstadt plötzlich die Leiche der Frau eines Großindustriellen gefunden wird. Als die Pariser Mordkommission auftaucht, will Ousmane an der Ermittlung beteiligt werden, da er vermutet dass die beiden Fälle zusammen hängen. Der arrogante Kommissar Monge (Laurent Lafitte) von der Kripo ist alles andere als begeistert, fügt sich aber in die von oben diktierten Umstände. Sie kämpfen sich durch mehrere brenzlige Situationen inklusive eines Swingerclubs und gelangen so zu mehr Verständnis für den jeweils anderen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Missverständnissen gelingt es den beiden, einen Durchbruch zu erzielen. Es kommt jedoch immer mehr zu Widerständen innerhalb ihres Departments – Ousmane und Monge müssen sich fragen, wer  alles in dieses Komplott verstrickt ist. Nur als Team ist es den beiden möglich, diesen Fall zu lösen.


 

Während sich die Überschrift zwar ähnlich liest wie bei Ziemlich beste Freunde ist der neue Film mit Omar Sy ganz anders – ein Cop/Buddy Action-Film, der in dieser Art lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen war. Die Ermittlungen sind umständlich, die Verfolgung von Verdächtigen mitunter peinlich. Omar Sy gelingt es als großmäuligem Ghetto-Bullen relativ schnell die Sympathien auf seine Seite zu ziehen, während Laurent Lafitte seinen Monge herrlich arrogant und unfähig gibt.

Doch bei allem Humor und herrlich altmodischer Action, lässt es sich Regisseur David Charhon nicht nehmen auch auf sozialpolitische Themen hinzuweisen. In der Handlung findet sich viel Kritik an den Umständen für Arbeitnehmer in Frankreich sowie der Vorgehensweise eines Staates, der auf Vitamin B statt Demokratie setzt. Zusätzlich zu den privaten Problemen der Figuren, wirkt Ein MordsTeam damit sehr echt, bleibt aber unterhaltsam. Die Beziehung der beiden wächst mit Hindernissen und ist dadurch sehr glaubhaft – die leichteren Momente haben immer einen ernsten Unterton.

Dennoch bleibt eine klassische Actionkomponente erhalten, die durch viele Verweise auf andere Partnerfilme verstärkt wird. Der Humor gibt sich fröhlich französischem Rassismus hin und nutzt das Wechselspiel von Sy/Lafitte gekonnt aus – und auch in der Freizügigkeit steht ein französischer Film in nichts nach, es scheint als wäre hier mit Absicht das eigene Klischee parodiert worden. Der Streifen bleibt dennoch durchweg auf einer hohen Qualitätsebene und vermittelt trotz erwartbarem Ende eine gute Botschaft.

Während die Anlehnung an Filme der 80/90er Jahre gut gelungen ist, ist die Thematik modern und spricht ein breites Publikum an. Sowohl ein Actionfan als auch ein Sozialdramatiker können hier schöne Momente finden und Ein MordsTeam als Ganzes genießen. Es scheint, das Amerika sich hier eine Scheibe abschneiden kann, kamen doch aus Übersee in letzter Zeit eher maue Filme im Action Genre. Ein MordsTeam kann mit einem guten Paket aus Humor, Action und Sozialkritik aufwarten und ist damit sicher eine Seltenheit in der Unterhaltungsfilmsparte.

Regie: David Charhon, Drehbuch: Julien War, David Charhon, Darsteller: Omar Sy, Laurent Lafitte, Sabrina Ouazani, Laufzeit: 94 Minuten, Kinostart: 21.03.2013, www.einmordsteam.senator.de