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Sex Jams – Trouble Honey

Was da so alles brodelt im Wiener Untergrund…. Sex Jams sind in jedem Fall ganz vorne mit dabei…

Wie macht sich ein Laie an dieses Album namens Trouble, Honey heran? Na mal sehen: Dass da scheinbar Schwierigkeiten drinstecken, offenbart sich nicht gleich, aber nach drei bis vier Minuten, als Sängerin Katie Trenk sich in orgiastischer Schreierei vergeht.

Das klingt schlimm, ist es aber eigentlich gar nicht: Hier mischt sich die oft gehörte und selten verstandene Mischung, die doch immer wieder aufgeht; eine blonde, aufgeweckte Frontfrau (da schießen einem wohl tausend bekannte Gesichter ins Gedächtnis, gell, Courtney), die mit vollem Körpereinsatz die hinter ihr musikalisch werkenden Männer mit einer Stimme unterstützt, die eigentlich nicht gerade als Ohrenschmaus bezeichnet werden kann. Aber doch, das Konzept geht auf, geht’s hier nämlich nicht um schön geträllerte Balladen oder Ästhetik in erster Linie.



Wieder zurück auf die Laienposition. Begreift man also dieses Album als ein außenstehendes, ohne sich auf die Vorgänger zu beziehen, muss man sagen, dass sich zum Grunge-Rock und Rrrr-Riot auch noch poppige Elemente mischen, die die Band gleichzeitig der breiteren Masse zugänglicher machen als wenn sie jetzt nur dem Noiserock im Untergrund gefrönt hätten. Schön hört sich hier September, das fast als waschechter Melancholiker durchgehen kann, mehr die Ohren umschmeichelt als sie jetzt durchzubrüllen. Auch Just Kids, beginnenden mit leisem Gitarrengeplänkel und der diesmal ruhigen Stimme der Frontfrau macht einen harmonischen und abgerundeten Eindruck. Dass hier aber natürlich nicht nur auf diese bis jetzt neue Schiene gesetzt wird, beweist wiederum I am a rocket, wo der Titel eigentlich schon alles über das Lied verrät. In 75 Sekunden flitzt es durchs Radio, die Stimme der Sängerin wird verzerrt, das Schlagzeug immer laut, die Gitarren immer lauter. Bei Shark vs. Apple leistet sich die Band ein Gustostückchen und mischt mit überdrehtem Sing-Along die rockigen Elemente mit spielerischem Text und abwechselndem männlich-weiblichen Gesang.

Wie gesagt, was in Wien so brodelt, wird vielleicht doch noch einmal groß. Man wird sehen – viele Fans und Kritiker schreiben der Band bereits eine große musikalische Zukunft in die Sterne. Auf einem guten Weg sind die ambitionierten Sex Jams sicher und doch hat man ein bisschen das Gefühl, das Album ist noch nicht ganz das, was es sein sollte. Die großen Vorbilder wie Sonic Youth mögen zwar verehrt, aber ihre Fußstapfen noch nicht wirklich gefunden sein.

Sex Jams – Trauble Honey, Siluh Records, www.sexjams.net