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Atoms For Peace – Amok

Das Super-Ensemble Atoms for Peace betanzt auf ihrem Album Amok instrumental Thom Yorkes synthetischen Weg und dies mit erwartungsgemäßer Perfektion…

Über Atoms for Peace gibt es wohl mehr zu erzählen, als über jede andere frisch debütierende Band. Deshalb die Eckdaten zusammengefasst: Radiohead-Frontmann und langjähriger Begleiter und Produzent Nigel Godrich (u.A. von Yorkes Solodebut The Eraser) schnappen Flea (Red Hot Chilly Peppers – Bass), Joey Waronker (Beck & R.E.M. – Drums) und Instrumentalist Mauro Refosco (Percussion) und gründen das jüngste Super-Ensemble unserer Zeit. Nun veröffentlichen die Musiker ihr erstes gemeinsames Album Amok.

Bereits der Opener Before Your Very Eyes stellt ab der ersten Sekunde klar, dass hier nur Einer federführend sein kann. Sieht man vom Who-is-Who des Albums ab, passt es wie ein Puzzleteil in das andere in das Gesamtkunstwerk “Thom Yorke”. Amok schafft eine Brücke zwischen dem fast schon elektropoppigem The Eraser und dem rhythmischen letzten Radiohead Werk The King Of Limbs.


 

Rhythmus ist auch auf dem Atoms For Peace Debüt Trumpf; statische Grundelemente, um die Schicht für Schicht eine Klangwelt aus Loops gewoben wird, bilden den sanft an Dramatik gewinnenden Aufbau jedes einzelnen Tracks. Mit dem etablierten Verse-Chorus-Konstrukt wird komplett gebrochen und die „Farbwelt“ präsentiert sich vergleichend mechanisch kühl, wie man es eher von Knöpfchendrehern gewohnt ist. Yorkes synthetisch nasale Vocals bilden hingegen einen warmen Kontrast, welche dem meditativ-hypnotischen Metallkonstrukt Amok Leben einhauchen.

In dieser Mechanik liegt zugleich Segen und Krux des Albums, denn was das Super-Ensemble hier schafft ist instrumentale Perfektion, die sich vom Hörer jedoch nur schwer von (alt-)bekannter Knöpfchendreherei unterscheiden lässt. In Summe erfreut Atoms For Peace den Hörer mit 40 Minuten zurückhaltendem Klangfluss, durchzogen von einprägsamen Sternstunden. Der Weg, den Radiohead zuvor mit The King of Limbs eingeschlagen hat, wurde nun auch von Thom Yorke konsequent und in fast schon gewohnter Perfektion weitergegangen.

Atoms For Peace – Amok, XL Recording, www.atomsforpeace.info