Woodkid-© Universal Music / Mathieu Cesar

Woodkid – The Golden Age

Die Musikwelt wurde 2011 erstmals auf Yoann Lemoine alias Woodkid aufmerksam, als dessen Debütsingle Iron den mit Spannung erwarteten Trailer zu Assassin’s Creed: Revelations unterlegte…

Gefreut hat man sich auf die Fortsetzung eines beliebten Konsolenspiels (zur Kritik), bekommen hat man zusätzlich einen neuen Künstler, der sich innerhalb von Tagen eine beachtliche Fanbase zusammengesammelt hat und für viel Neugierde sorgte. Ein gelungener Start in die Musikkarriere war dem Franzosen, der bis dato als Videoregisseur für unter anderem Katy Perry und Lana Del Ray tätig war, damit also geglückt. Mit der Veröffentlichung eines Albums ließ er sich trotzdem bis jetzt Zeit, denn es scheint, dass Woodkid nichts unüberlegt macht. Seine Videos sind aufwendige, durchdachte Kurzfilme, da war auch von einem Album nicht weniger Perfektion zu erwarten.

The Golden Age beginnt mit dem gleichnamigen Song und innerhalb weniger Takte ist man bereits in Woodkids ganz eigener Atmosphäre gefangen. Sie ist zweifellos düster, ein wenig beklemmend (wie auch die Videos seiner bisherigen Singles) aber auf eine schöne Art und Weise, nicht übertrieben, nicht an den Haaren herbeigezogen, nicht unglaubwürdig. Die tiefe, gefühlvolle Stimme des 29-jährigen Lemoine tut ihr Übriges, um sicherzustellen, dass man sich dem Gesamtpaket aus Musik, Stimmung und visuellen Meisterwerken nur schwer entziehen kann. Zwei weitere Elemente, die Woodkid bereits mit seiner ersten Single Iron zu „seinen“ gemacht hat, sind große, imposante Orchester-Parts und jede Menge Percussions. Beides üppig und fast durchgehend präsent, aber geschickt eingesetzt, gerade so, dass die einzelnen Tracks nicht zu überladen wirken.



Woodkids Debütalbum ist eine gelunge Mischung aus imposanten Uptempo-Nummern (Run Boy Run, Iron), ruhigen, schwermütigen Balladen (Boat Song) und den Songs, die diese Elemente unglaublich gekonnt verbinden (The Golden Age, I Love You). Ein melancholisches Meisterwerk der Popmusik, das auf moderne Weise geschickt nicht nur verschiedenste Stilelemente, sondern auch Emotionen verbindet, aber doch einen sehr klassischen, altmodischen Touch hat. Ein fast zeitloser und unvergänglich Soundtrack zu einem Film, den Woodkid nach und nach mit viel Liebe zum Detail in seinen Musikvideos umsetzt. Mehr geeignet als „Kopfhörer-Album“ für den einsamen Spätwinterspaziergang als Hintergrundberieselung, denn The Golden Age verdient vollste Aufmerksamkeit und fordert diese auch ein. Weghören geht nicht, sich mitreißen lassen ist fast ein Muss.

Einen kleinen Minuspunkt gibt es für einen Song, der von der Stimmung her nicht zu den restlichen passt und das, vor allem im Vergleich zu den Videos, doch sehr lieblos gestaltetes Booklet. Ein bisschen mehr als graue Songtexte auf weißem Papier hätte es dann doch sein dürfen oder dafür dann zumindest mit ein wenig mehr Liebe zum Detail. Trotzdem ein ganz großes Album-Highlight im noch frischen 2013, dass jetzt schon schwer zu überbieten sein wird. Am 31. Mai kommt Woodkid dann ins Gasometer nach Wien und präsentiert sein Album live.

Woodkid – The Golden Age, Universal Music, www.woodkid.com