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Ein erster Blick auf die Playstation 4

Das Jahr ist 2013. Die Welt der Informationsverbreitung hat sich verändert. Seit Wochen kursieren bereits Gerüchte über die neueste Konsolen-Kreation von Sony im Web, den genauen Zeitpunkt der Enthüllung wählt der japanische Elektronik-Konzern aber selbst.

Es wird kein Messetermin brav abgewartet – stattdessen gibt es einen großen Informations-Blowout der von Sony selbst organisiert und inszeniert wird. Die Details sind vielschichtig: Mit der brandneuen Playstation 4 will Sony den größten Fehler vergangener PlayStation-Releases entgültig vermeiden. Es wird auf eine klassische Computerarchitektur gesetzt, im neuen Gerät sind in erster Linie hochwertige PC-Komponenten verbaut. Doch obwohl sich Sony oft in technischen Details verliert, steht diesmal auch eine starke kreative Vision dahinter. Die neue Architektur wurde in enger Zusammenarbeit mit Spiele-Entwicklern erstellt, Entwicklungsaufwand soll damit erheblich erleichtert werden. Das sichert Sony die Unterstüzung der meisten etablierten Software-Häuser und ist auch ein Schritt in Richtung eines offeneren Systems, das es kleinen Entwicklern erlaubt ihre Spiele zu portieren.


Für den Nutzer soll vor allem das Online-Erlebnis aufpoliert werden. Komplette soziale Integration in den Alltag wird weiter getrieben als je zuvor. Eines der interessantesten Features ist die Möglichkeit jederzeit Streams des Gameplays zu erstellen und zwar ohne Einschränkungen. Rückwirkend können die letzten Momente nochmal aufgerollt werden, der Stream kann direkt ins Internet ausgesendet werden, Freunde können zusehen, kommunizieren, ja sogar eingreifen. Auch der im letzten Jahr erschienene Handheld PS Vita kann sich dazwischen schalten und das Geschehen wie Nintendos Wii U Controller übernehmen.

Ein weiteres Bestreben Sonys ist es, Ladezeiten für Download-Titel verschwinden zu lassen. Das neue System soll intelligent die Interessen der Nutzer erfassen und das Spieleangebot dementsprechend zusammenstellen. Spiele die den Nutzer interessieren könnten werden so bereits vorgeladen. Darüber hinaus kann das Spiel in Teilen heruntergeladen werden, sodass der Spieler bereits beginnen kann, während der Download im Hintergrund noch läuft.  Der neue PS4-Controller wartet auf der Vorderseite mit einem Touch-Panel auf, das die Eingabemöglichkeiten erweitern soll.

Auffallende Trends:

  • Die PS4 wird beinahe gänzlich aus westlicher Perspektive präsentiert. Japanische Entwickler sind praktisch eine Randerscheinung, der Name alleine demonstriert den Fokus der Marke PlayStation:
    In Japan wird die Bezifferung „4“ oft vermieden, da sich dort das Wort anhört wie jenes für Tod.
  • Kurios: Der Paranoia Fokus im Software-Lineup. Sowohl Ubisofts Watch Dogs als auch Sucker Punchs Infamous: Second Son spielen mit den Ängsten der kompletten digitalen Überwachung.
    Neben einer Präsentation über ein Unterhaltungssystem das, nach Wortlaut, verspricht immer alles zu wissen was im Wohnzimmer vor sich geht und den Spieler auf Schritt und Tritt in sein gesamtes Leben zu folgen eigentlich ein interessanter Kontrast.
  • Abwärtskompatibel ist die PS4 diesmal leider nicht, aber dafür steigt Design-Guru Dave Perry aus der Gruft und erklärt uns dass die neue Streaming-Technologie der PS4 in enger Zusammenarbeit mit Gaikai, seinem Cloud Service, entstanden ist und darüber auch alle Titel von PSX bis PS3 zugänglich gemacht werden könnten.

Natürlich gibt es neben allgemeinen Details aber auch erste Spielankündigungen. Neue Ausgaben von Killzone und Infamous führen den grafischen Fortschritt eindrucksvoll vor Augen. Besonders imposant ist Deep Down von Capcom, das wie ein Mix aus Demon Souls und Monster Hunter wirkt und mit erstaunlicher Detailfülle beeindruckt. Knack ist die einzige exklusive neue IP: Ein Cartoon-Platformer in dem der Spieler die Kontrolle über eine aus Partikeln bestehende Roboterdrone übernimmt. Auch den Indie-Bereich deckt man gleich im ersten Event ab: Braid-Designer liefert mit The Witness einen umfangreichen Myst-artigen Puzzle-Titel ab, der zumindest in der Release-Phase Sony-exklusiv sein soll. Besonders kreatives Gespür beweist vor allem der Little Big Planet Developer Media Molecule: Mit dem Move Controller erlaubt ein neuer Titel das Modellieren von Skulpturen im 3-dimensionalen Raum, das Potential der Idee ist eindrucksvoll. Im Großen und Gaznen ist der Event ein Erfolg. Sony präsentiert zusammen mit der neuen Technologie eine starke kreative Vision, die mit Sicherheit für eine Weile im Gespräch bleiben wird.

Technische Daten der Playstation 4 (vorläufig):

  • Prozessor: Single-Chip Custom Processor. CPU: x86-64 AMD „Jaguar“, 8 Kerne. GPU: 1.84 TFLOPS, AMD next-gen Radeon based graphics engine
  • Arbeitsspeicher: GDDR5 8GB
  • Festplatte: Eingebaut, Größe unbestätigt
  • Communication: Ethernet (10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T, IEEE 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 (EDR)
  • Laufwerk: Optisch, read-only, Blu-Ray 6xCAV, DVD 8xCAV
  • I/O: Super-Speed USB (USB 3.0), AUX
  • AV Output: HDMI, Analog-AV out, Digital Output (optical)



  • Gerüchten zu Folge liegt die Preisgestaltung im Bereich von 400-500 Dollar. Vielleicht ist ja aber auch was an der Abo-Geschichte dran!

    • Marco

      Abo-Geschichte?

    • Gerüchten zufolge überlegen sowohl Sony als auch Microsoft die neuen Konsolen wie mit Handyverträgen sehr billig über PSN oder Xbox Live Anmeldungen zu verkaufen.

  • Chris

    Schade das keine Infos zur Preisgestaltung bekannt gegeben wurde – ist sicherlich ein ganz zentraler Punkt für den Erfolg des Gerätes..

    • Marco

      Stimmt, seh ich auch so. Hoffentlich nicht wieder so unverschämt teuer, dass sie sich jetzt einfach noch gar nicht trauen einen Preis bekannt zu geben.
      Aber die ersten Eindrücke schauen schon mal sehr beeindruckend aus!