Delphic – Collections

Man muss schon sagen, leicht haben Delphic es sich mit ihrem zweiten Album nicht gemacht, in ihre eigenen Fußstapfen vom Debüt zu treten…

Seit sie mit ihrem Debutalbum Acolyte (2010) auf den musikalischen Plan getreten sind – das noch dazu in England, das ja bekanntlich jährlich einen der wohl größten Outputs an neuen Bands überhaupt hat – haben sich die Erwartungen der Insider wahrscheinlich bis jetzt, als das neue Album endlich erschienen ist, ins Unendliche gesteigert. Verglichen werden Sie oft mit New Order, wobei man sagen muss, dass die elektronische Schiene vom Trio aus Manchester sicherlich mit größerer Verzückung zu bedienen weiß. Schon mit Bloc Party getourt haben sie das Handwerk von vielen großen Meistern abschauen können und das präsentieren sie jetzt auf der schon erwähnten, endlich jetzt in den Plattenläden erhältlichen neuen CD, die sich Collections nennt.

Der Titel passt wie angegossen – Delphic haben hier wahrlich eine Kollektion an so ziemlich allem zusammengestellt, was sich musikalisch noch irgendwie in ihre Alternative-Dance Atmosphäre hineinstecken lässt. Da gibt es verspielte, fast kommerziell-poppige Einschnitte genauso wie Gesang im Duett, ab und zu verirrt sich sogar ein Streicher. Der Synthesizer ist trotzdem immer mit dabei.

Auch wenn manche Kritiker angemerkt haben, dass Delphic auf diesem Album zu viel wollten und zu wenig dabei herausgekommen ist – muss das an dieser Stelle, wenn vielleicht auch mit subjektiv-Delphic-verliebtem Touch, widersprochen werden. Das ist eine von den Werken, die man auflegt, wenn man den Frühlingsputz plant, wenn man ein Abendessen für die Freunde kocht, wenn man am Sofa liegt, wenn man sich für eine Party in Schale wirft, wenn man frühstückt, wenn man eben aufgewacht ist…. Fazit also: ein Album für jeden Moment. Von der ersten Sekunde weg weiß diese Band, wie sie den Zuhörer mitnehmen kann und das macht erst so richtig laut so richtig Spaß.

Empfohlen werden kann unter anderem die Single-Auskoppelung Baiya, mit dem herrlich arrangierte Refrain, aber ebenso gleich einmal die Nummer eins am Album, das einem gleich zu Anfang beweist, mit was für einem herausragend gearbeiteten Album man es hier zu tun hat. Auch The Sun Also Rises ist ein Prachtstück, fängt so an, wie manch einer wahrscheinlich den Beginn von einem literarischen Epos vertonen würde und klingt trotzdem spannender als Hemingways gleichnamiger Roman sich liest.

Das neue Delphic Album mixt quer durch den elektronischen Gemüsegarten und ist dabei auch noch erfolgreich, es werden melodiöse und durchaus tanzbare Nummern gemischt mit ruhigem Klavier und vokalem Durcheinander. Mehr soll an dieser Stelle auch gar nicht mehr vorweggenommen werden – Album zulegen, einlegen, genießen.

Delphic – Collections, Chimeric Records/ Cooperative, www.delphic.cc