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Quartett

Mit der Umwandlung des gleichnamigen Theaterstücks von Ronald Harwood (1999) in einen 98-Minuten-Film feierte Dustin Hoffman sein Regiedebüt. Die Geschichte ist von Anfang an vorhersehbar und leider überraschen die wenigen Lacher auch nicht. Alles in allem aber ein gutes Regiedebüt und herausragende Schauspieler, die in einer wunderbaren Kulisse auftreten.

Cecily oder Cissy (Pauline Collins), Reginald, kurz Reggie genannt (Tom Courtenay) und Wilfred, der von allen Wilf gerufen wird (Billy Connolly), halten sich in einem Altersheim der besonderen Art auf. Es ist eine Residenz für alternde Musiker mit dem klingenden Namen „Beecham House“. Dort können sich die ehemaligen Opernsänger, Klavierspieler und Dirigenten frei bewegen, im Park spazieren gehen oder gemeinsam musizieren. Als Jean Horton, dargestellt von Maggie Smith, ebenfalls in die Seniorenresidenz zieht, gibt es kurz Unruhe, da einige der Bewohner nicht mit ihrer divenhaften Persönlichkeit umgehen können. Doch für Cissy, Reggie und Wilf kommt Jean genau zum richtigen Zeitpunkt: Das „Beecham House“ muss bei einer Gala gerettet werden – es fehlt an Geld.


 

Der britische Humor kommt im Film leider etwas zu kurz, aber immerhin ist er vorhanden. Hoffman spielt mit dem Alter und den dadurch bedingten Krankheiten wie Alzheimer und verleiht so seinen Figuren einen tollpatschigen und traurigen Auftritt zugleich. Insgesamt tritt Quartett jedoch leichtfüßig auf und begeistert wahrscheinlich eher das ältere Kinopublikum.

Wer die Harry Potter-Darstellerin und Oscar-Gewinnerin Maggie Smith mag, sollte sich den Film anschauen. Als Jean Horton hat sie so einige Charakterzüge drauf, die unterschiedlicher nicht sein können: mal ist sie eine abgehobene Diva, mal eine alternde, traurige Frau, dann entflammt ihr Herz, als sie über ihre damalige große Liebe Reggie spricht. Die witzigste Person war mit Abstand Pauline Collins in ihrer Rolle als Cissy: Sie trägt die Verantwortung für einige lustige Szenen.

Details am Rande: Als Vorbild für das „Beecham House“ fungiert die „Casa Verdi“ in Mailand – Verdi selbst hat das Altersheim dort gestiftet. Außerdem feiert Quartett Verdis 200. Geburtstag, der im Oktober 2013 stattfindet. Selbst Ronald Harwood hatte für sein Theaterstück Quartett eine Vorlage, nämlich die Dokumentation Il Bacio di Tosca, ein Film vom Schweizer Regisseur Daniel Schmid.

Regie: Dustin Hoffman, Drehbuch: Ronald Harwood, Darsteller: Maggie Smith, Tom Courtenay, Billy Connolly, Pauline Collins, Laufzeit: 98 Minuten, Filmstart: 24.1.2013