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PressStop: Will.I.Am feat. Britney Spears

Die vermeintlich musikalische Glanzleistung von Will.I.Am und Britney Bitch, wie sich das vermeintlich musikalische Duo selbst liebevoll nennt, muss an dieser Stelle hervorgehoben werden…

Der Song: Scream & Shout. Die Message: „Oh we oh we oh we oh“. Der Unterhaltungswert: hoch und unfreiwillig. Die Notwendigkeit, der Sinn, die Qualität: nicht vorhanden. Aber der Reihe nach…

Dass Britney Spears Ego ein Comeback dringend nötig hat überrascht nicht weiter, dass der Versuch eines solchen peinlich wird, auch nicht. Bereits der erste Auftritt im Video zu Scream & Shout (Link dazu hier) besticht durch ein Outfit, dass die Arme (man kann es ja nicht anders sagen) wie ein in die Jahre gekommenes Escort Girl, aus dem eher günstigeren Preissektor wirken lässt. Aber weil es darum ja nicht geht, kommen wir lieber gleich zum Gesang, oder dem monotonen Vortragen bedeutungsloser Worte und Silben. Und weil man sich ja im Popbusiness gerne neue erfindet, ist Britney jetzt britisch (Brit-ney, quasi), und ist auch darin umwerfend schlecht, gehen wir nach dem Akzent, der wohl ein englischer sein soll.

[alert type=“music“]“When you hear us in the club, you gotta turn the shit up, you gotta turn the shit up, you gotta turn the shit up.When we up in the club, all eyes on us, all eyes on us, all eyes on us…“ [/alert]

Aha. Ja, klar soweit. Grammatikalisch „nicht genügend“, aber wer mit sowas Geld verdient, hat wohl auch nie Grammatikregeln gelernt. Unterbrochen wird das tiefgründige Rezitativ schließlich von Will.I.Am, der (wohl angesichts seiner eigenen Musik) meint, „I wanna scream and shout and let it all out and scream and shout and let it out. We sayin‘ oh we oh we oh we oh. We sayin‘ oh we oh we oh we oh…“ Ja, grammatikalisch und inhaltlich… ach was soll’s. Und das Ganze nochmal, unterstützt von Britney-typischem Gejaule und ganz subtilem Produktplacement von – welch Überraschung – Will.I.Am’s eigener Hipster-Elektronik. Da denkt ja doch einer mit. 

Das Video und der Song haben mit bedeutungslosen Texten, schrecklichen Outfist und Produktplatzierung fast schon alle Kriterien, die das Popvideo der 2010er Jahre braucht erfüllt. Fehlt nur mehr? Ah, ja, Aufforderung zum Trinken, weil sonst ist’s nicht cool. „Drink it up and then drink some more“. Super, dann ist ja alles im kotzgrünen Bereich. Zusätzlich zur Produktpalette an unsinnigem, teuren Spielzeug wäre ein wenig Dubstep noch nett gewesen, und mehr nackte Frauen und weniger Text. Na vielleicht beim nächsten mal, seien wir mal zuversichtlich. Denn wie Musik-Genie Will.I.Am selber sagt: „It goes on and on and on and on“…




  • Marti

    Ich verstehe nicht warum eine Autorin welche sich anscheinend weder für Popmusik interesiert noch sie sonderlich zu mögen scheint, über soche Platten schreibt. Wer denkt Grammatik ist in der Popmusik wichtig ist ein elitärer Hochkulturtrottl. Oder findet ihr alte Bluesmusiker in den 40er-50er Jahren haben etwas weniger „Sinnvolles“ gesungen, nur weil sie eine andere, ihre Sprache benutzten.