Mavericks—Lebe-deinen-Traum-©-2012-Constantin

Mavericks – Lebe deinen Traum

Ein Sportlerdrama im Surfermilieu, das sich mehr darum bemüht cool zu sein, als sich um die angeschnittenen Themen wie Sucht und Verantwortung zu kümmern…

Ein Teenie-Film der langweiligen Art mit vielen Surferbildern und Wellen. Die Rolle des Vorbilds muss sich der junggebliebene, coole Familienvater Frosty Hesson (der Name sagt ja schon alles), gespielt von Gerard Butler, erst aneignen. Er rettet dem damals noch in Kinderschuhen steckenden Jay Moriarity (Jonny Weston) das Leben, als dieser für seinen Hund den Tennisball aus den Klippen holen möchte. Als Jay herausfindet, dass knapp vor seinem Zuhause in Santa Cruz eine der größten Wellen der Welt existiert, möchte er diese Bezwingen. Doch dafür braucht er die Hilfe des Legendären Surfers Frosty Hesson, der soll ihn trainieren, damit er den Ritt auf der Welle überleben kann. 


 

Mavericks – Lebe deinen Traum behandelt leider nur ansatzweise und äußerst oberflächlich tiefgreifende Probleme, wie etwa Drogensucht, Verlust des Ehepartners, kaum vorhandene Vaterrolle, Trunksucht bzw. Arbeitslosigkeit von Jays Mutter (Elisabeth Shue) und so weiter. Einzig die vorerst unerwiderte Liebe zwischen Jay und seiner Jugendfreundin Kim (Leven Rambin) wird etwas ausführlicher dargestellt – allerdings fehlen auch hier die genauen Details und das Nachvollziehen des Ausgangs.

Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit: Jay Moriarity lebte von 1978 bis 2001 in Kalifornien und wurde als Surfer der Mavericks in Half Moon Bay (Kalifornien) bekannt. Er starb beim Surfen in den Malediven und heiratete seine Jugendliebe Kim. Außerhalb der Surferszene wird wohl kaum jemand seine Geschichte kennen, weshalb es für die dramaturgische Aufbereitung der Beziehung zwischen Jay und Kim kaum eine Rolle spielt, dass man deren Ausgang eigentlich kennen könnte. 

Oscar-Preisträger Curtis Hanson und Michael Apted (James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug) führten Regie und zogen den PS: Ich liebe dich-Schauspieler Gerard Butler mit ins Boot, der seine Aufgabe glanzlos, aber gut erledigte. Die restlichen Schauspieler bleiben blass, was aber weniger an ihrem Können liegt, als viel mehr an der Tatsache, dass ihren Figuren keinerlei Tiefe verliehen wird. Die Charaktere sind zu eindimensional und im gleichen Maße oberflächlich behandelt, wie die im Film angesprochenen Themen. Ebenso enttäuschend ist auch die Leistung der Regisseure. Gerade Curtis Hanson kennt man eigentlich als durchaus stilsicheren und talentierten Regisseur, der es auch schafft Geschichten, die auf realen Figuren und Begebenheiten basieren, durchaus einen eigenen Touch zu geben. Hier jedoch vermisst man seine Handschrift deutlich und muss wohl erst zweimal überlegen, ob es sich hier wirklich um den gleichen Curtis Hanson handelt, der Filme wie L.A. Confidential, Wonder Boys und 8 Mile gemacht hat.

Mavericks – Lebe deinen Traum hat zwar durchaus ein paar gute Einstellungen und Surferszenen, aber das war es dann auch schon. Der Film bleibt nur an der Oberfläche, schafft es nicht seinen Figuren einen eigenen Charakter zu verleihen und sie somit interessant zu machen. Die Handlung ist bis zum Schluss vorhersehbar und bietet kaum Wendungen, die man nicht schon von weitem kommen sieht. Trotz interessantem Milieu (das durchaus Potenzial für mehr hätte) scheitert Mavericks – Lebe deinen Traum an seiner lieblosen Umsetzung. 

Regie: Curtis Hanson, Michael Apted, Drehbuch: Kario Salem, Darsteller: Gerard Butler, Jonny Weston, Elisabeth Shue, Abigail Spencer, Laufzeit: 116 Minuten, Kinostart: 17.01.2013




  • SurfGirl

    alles was hier steht stimmt nicht. man kann eine wahre Geschichte halt nicht spannender machen, das leben ist doch kein Action film. das ist einer der beste filme meines Lebens- ihr müsst ihn sehn.