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What happiness is

Bhutan, ein Land so groß wie die Schweiz zwischen Indien und China, möchte auf dem Weg zur Modernisierung herausfinden, wie glücklich seine Bewohner sind, indem es das Brutto-Nationalglück ermittelt…

Harald Friedl reist in seinem neuen Film in ein Land, das sich erst seit ein paar Jahren der übrigen Welt geöffnet hatte – Bhutan, tief im Himalaja gelegen, ein armes Land in dem es weder Fast-Food Ketten noch Hotelkonzerne gibt, wo erst 1999 Fernsehen zugelassen wurde und wo die Hälfte der Fläche unter Naturschutz steht. Die Regierung Bhutans hat nun ein weltweit einzigartiges Sozialforschungsprojekt ins Leben gerufen und Beamte ermitteln unter der Bevölkerung mittels 7000 Fragebögen das Brutto-Nationalglück.

 

What happiness is dokumentiert diese Sozialforschung mit einer Reise in eine Welt, die für Europäer fremder nicht sein könnte. Doch woran wird das Brutto-Nationalglück gemessen? Die mehr als 200 Fragen, die beantwortet werden, beziehen sich auf allgemeine Fragen, wie das persönliche Glück auf einer Skala von 1 bis 10 einzuordnen sei und spezifischere Fragen, wie  „Haben Sie ein Mobiltelefon, eine Toilette, einen Kühlschrank?“, „Wie geht es Ihnen gesundheitlich?“, „Sollten Unternehmen, die der Umwelt schaden, verboten werden?“.

Die erste Hürde für die Beamten stellt die Suche nach den 7000 InterviewpartnerInnen dar, die über ein Computersystem ausgewählt wurden. So stapfen sie durch das bergige Gebiet Bhutans und erkundigen sich nach den einzelnen Personen, mit denen sie dann stundenlange Interviews führten. „Sich Zeit lassen“ stand dabei an oberster Stelle, ruhig und geduldig beantworteten die Menschen die Fragen nach dem persönlichen Glück.

Die Dokumentation entführt in eine fremde Welt und zeichnet ein Bild von einer Gesellschaft, die sich der Modernisierung lange Zeit verwehrt hat und auch heute erst langsam an der Globalisierung teilnimmt. In langen Einstellungen werden die Landschaft und die teilweise beschwerlichen Wege festgehalten. Der Film lässt die Menschen sprechen, in wenigen Kommentaren aus dem Off greift er erklärend ein, doch er kommentiert nicht, sondern gibt sich mit den Bildern und Interviews zufrieden. Es gelingt ihm mit diesen einfachen Mitteln ein, in Europa weitgehend unbekanntes Land zugänglich zu machen.

Mit dem Ergebnis der Untersuchung setzt sich nun die Regierung auseinander: Besonders wichtig ist den Menschen Natur, soziales Leben und Gesundheit. Nun will man versuchen das Glück der Menschen in Bhutan zu erhöhen – auf einer Skala von 1 bis 10.

Regie: Harald Friedl, Teamleader: Karma Wangdi und Tshoki Zangmo, Deutsche Erzählstimme: Oliver Stritzel, Filmzeit: 87 Minuten, Kinostart: 21.12.2012