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Mumford and Sons – Babel

Drei Jahre nach dem Erscheinen des Erstlingswerks Sigh No More legen Mumford and Sons – die in-aller-Munde Folktruppe aus London rund um Marcus Mumford – nun ihr zweites Studioalbum vor, genannt Babel

Ein Zwillingsphänomen: Das zweite Album ist auf keinen Fall als Abwendung vom ersten zu betrachten; umgekehrt – sie könnten sich eigentlich gegenseitig austauschen oder ergänzen. Also ist anzunehmen: Haters gonna hate – lovers gonna love. Und genau so ist es auch: alles, was man an Mumford and Sons zu lieben hat, findet man auf ihrem zweiten, sehnlich erwarteten Album wieder: Das obligatorische Banjo, das wieder einmal zu unerwarteter Schnelligkeit angetrieben wird; die meisten Lieder, die ohne Schlagzeug auskommen – nicht jedoch ohne Marcus Mumfords herausragende und großartige Stimmlage. Wie oft bauen sich die meisten Lieder langsam auf, um dann mit einer Wucht auszubrechen, die in voller Lautstärke einfach nur noch mitreißen kann.

Schon der Beginn, die erste Zeile, weist auf die geschickte, präzise Poesie hin: ‚Cos I know that time has numbered my days and I’ll go along with everything you say. Ohne die grammatikalischen Spielereien zu stark hervorzuheben, mit denen zum Beispiel Verben in alter Mode eingebaut werden, wie man sie in vielen anderen Texten nicht mehr findet (auch and I know that choices colour all I’ve done) erkennt man schnell die schlichte Schönheit dieser Lieder. Immer schwingt eine gewisse Melancholie mit, die dem Folk ein passender Zeitgenosse geworden ist.

Auf Babel fehlt also eigentlich gar nichts, was sich ein Fan erwarten könnte – abgesehen von einer Hymne, und das ist es wohl, was jeder erwartet – wie Little Lion Man. Dass der Band mit diesem Stück ein Glanzstück für ganze Generationen gelungen ist und sie den gemütlichen, erdigen und rhythmischen Folk wieder salonfähig gemacht haben, muss auch gar nicht weiter besprochen werden. Ein solch bahnbrechendes Stück fehlt auf Babel, wobei der gleichnamige Song stark in diese Richtung geht und auch immer wieder zwischendurch ähnlich starke Momente auf dem ganzen Album auftauchen.

Mumford and Sons haben also nichts Neues erfunden und erneuern ihren Stil nicht – nichtsdestotrotz ist der Band ein Album gelungen, welches wohl nahtlos die Erfolgsgeschichte des Vorgängers weiterschreiben wird.

Mumford and Sons – Babel – Island Records / Universal Music