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2 Tage New York

Nachdem in „2 Tage Paris“ der Besuch eines Amerikaners in Frankreich in einem Desaster endete, probiert Julie Delpy es nun umgekehrt: Ihre Familie aus Paris besucht sie und ihren neuen amerikanischen Freund in New York…

Und, dass das kein gemütlicher Familienurlaub wird, kann man sich vorstellen. Marion lebt mit ihrem Sohn und ihrem neuen Freund Mingus in einer schmucken New Yorker Stadtwohnung, wo sie den Besuch ihrer Familie erwarten. Die neurotische Schwester nimmt überraschend ihren Freund mit, der gleichzeitig Marions Ex-Freund ist und der Vater wird am Zoll aufgehalten, weil er französische Wurst in seinen Taschen versteckt hat. Turbulent geht es weiter, die Gäste sind laut und launisch und bringen Marion und Mingus zur Verzweiflung. Die Schwester und ihr Freund rauchen Joints, der Vater schnarcht und nach und nach wird der Besuch unerträglich für das Paar, die sich dann auch in die Haare bekommen. Marion hat eine wichtige Ausstellung ihrer Fotos vor sich, bei der sie ihre Seele verkauft. Eine witzige Idee, die sie schließlich in den Wahnsinn treibt, als ihre Seele von einem anonymen Käufer erworben wurde.


 

„2 Tage New York“ bringt (wieder einmal) einen Film über einen „Culture-Clash“ der übelsten Sorte auf die Leinwand. Alle gängigen Klischees über Franzosen und deren (teils hinterwäldlerische) Vorstellung vom Big Apple werden thematisiert und ausgespielt. Auch wenn man das schon kennt, schafft es der Film, gepaart mit neurotischen Charakteren und teilweise dämlichen Wortspielen, den einen oder anderen Lacher zu entlocken.

Obwohl sich die Familie Marions eigentlich ständig daneben benimmt, wird „2 Tage New York“ an keiner Stelle moralisch. Als Marion am Ende ihre Seele verkauft und sich eine Nacht lang auf die Suche nach dem Käufer macht, treibt die Geschichte in die Absurdität. Delpy hat, wie im ersten Teil, an einigen Stellen durch Fotocollagen oder Handpuppenspiele ihr Werk künstlerisch gestaltet, was ihr durchaus reizend gelungen ist. Der Film hat ein hohes Tempo und durchaus skurrile Ideen, trotzdem kommt er an die Originalität des ersten Teils nicht heran. „2 Tage New York“ ist ein harmlos-vergnüglicher Streifen, den man sich ansehen kann – aber auch nichts verpasst, wenn man es nicht tut… 

2 Tage New York (2 Days in New York): Regie: Julie Delpy, Drehbuch: Julie Delpy, Alexia Landeau, Alex Nahon, Dasteller: Julie Delpy, Chris Rock, Albert Delpy, Alexia Landeau, Alex Nahon, Laufzeit: 91 Minuten, Kinostart: 05.07.2012