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E3 2012: Electronic Arts Pressekonferenz

Wenn man dem Publisher und Games-Entwickler Electronic Arts eines attestieren darf, dann das er der Meister der Fortsetzungen ist…

Wenig verwunderlich scheint es dann natürlich auch, dass gerade dieser Aspekt bei der diesjährigen Pressekonferenz auf der E3 von EA selbst immer und immer wieder hervorgehoben wird: Sei es das 20jährige Bestehen der „FIFA“-Fußball-Reihe oder auch die bald ebenso lange Existenz der Rennspielserie „Need for Speed“, der Konzern schafft es mühelos, einigermaßen bedenklichen Aspekten positive Eigenschaften abzugewinnen.


Für das MMO „Star Wars: The Old Republic„, welches zuletzt mit schwächelnden Userzahlen Aufmersamkeit auf sich zog, wurde ein umfangreiches Paket aus Neuerungen vorgestellt, welches nicht nur ein neues Volk (die „Cathar“), einen höheren Maximal-Level, weitere Missionen und einen neuen Planeten („Makeb“) beinhaltet, sondern auch eine Trial-Version einführt, in der das Produkt bis zum 15ten Level gratis gespielt werden kann. Ob das neue Spielmodell auch tatsächlich längerfristig ertragreich sein wird, bleibt noch abzuwarten, die Einbindung des Kult-Attentäterdroiden „HK-51“ als freispielbaren Begleiter dürfte aber einige Star Wars-Fans bekehren.


Auch der schon im Vorfeld sehnsüchtig erwartete dritte Teil der Survival-Horror-Schocker-Reihe „Dead Space“ ließ nicht allzu lange auf sich warten: Das Erscheinungsdatum im Februar 2013 wurde veröffentlicht; die Ankündigung eines kooperativen Multiplayermodus, in dem neben Protagonist Issac Clarke nun auch Mitstreiter John Carver zum Zug kommen darf, dürfte so manche Gamer-Wünsche erfüllt haben. Gestrandet auf dem Eisplaneten „Tau Volantis“ werden erneut Necromorphs und neuerdings auch bewaffnete Gegner mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln auseinander genommen. Fraglich erscheint natürlich wie schon bei „Resident Evil 5“, ob Survival-Horror  auch zu zweit in Sachen Etablierung einer unheimlichen Atmosphäre funktionieren kann – aber sonderlich subtil war die Reihe bisher sowieso noch nie.


Als Meister der Fortsetzungen durfte EA dann natürlich auch nicht das schon fast obligatorische neue „Need for Speed: Most Wanted“ vergessen, welches abermals mit dem Entwicklerstudio Criterion („Burnout“-Serie, „Need for Speed: Hot Pursuit“) verwirklicht wurde. Ähnlich dem letzten „Burnout“-Ableger darf man auf rasante Action in Open-World-Gefilden gespannt sein, allzu große Überraschungen dürften allerdings auch hier kaum zu erwarten sein.


Freunde von First-Person-Shootern im modernen Gewand dürften die Ankündigungen von „Battlefield 3 Premium“ und „Medal of Honor: Warfighter“ mit Wohlwollen aufnehmen: Mit ersterem Angebot erhält man ein Service, bei dem alle geplanten DLCs des Shooters und exklusive Items zugänglich gemacht werden, aber auch Statistiken zurückzusetzen und die Erweiterungspakete noch vor dem eigentlichen Release erhältlich sind. Der neue „Medal of Honor“-Ableger rühmt sich mit aufgebohrter Grafik dank Frostbyte 2-Engine und „brandaktuellen“ Kriegsschauplätzen wie etwa Bosnien, Yemen oder Somalia. Im Multiplayer können Spieler dann ihre Fähigkeiten zudem in Kombination mit ihrer Nationalität via länderspezifischer Spezialeinheiten (Deutschland – KSK, England – SAS, usw.) unter Beweis stellen. Mehr dürfte in diesem Genre vermutlich mittlerweile nicht benötigt sein, um den Verkauf anzukurbeln.


Bereits mit dem unlängst erschienen Teaser der neuen „Sim City„-Fortsetzung konnten Fans anspruchsvoller Aufbau-Simulationen ihre Freude kaum unterdrücken: Mit neuer „Tilt-Shift“-Optik, die in der Fotografie momentan besonders en vouge ist (sie lässt beliebige Objekte als Miniaturen erscheinen) und der recht überwältigenden Grafik-Engine, die auch kleinste Details ohne erkennbaren Qualitätsverlust darzustellen vermag, sieht man gerne darüber hinweg, das das Spielprinzip ja doch immer wieder/noch das gleich ist. 


Als direkte Antwort auf Zyngas Browserspiel „Cityville“, das auf Facebook und Google+ bisher schon große Erfolge in Sachen Echtzeit-Aufbau-Sim gefeiert hat, schickt EA mit „Sim City Social“ zudem noch ein eigenes Pferd ins Rennen (man bemerke übrigens die dezente Kritik an der Konkurrenz). Sieht wie „Sim City“ aus, dürfte sich kaum anders als bisherige Teile spielen, wird mit einer sozialen Komponente aufgehübscht und soll damit auch ein wenig am Fast-gratis-aber-dann-doch-nicht-ganz-Kuchen der Social-Network-Games mitnaschen.


Durch eine Kombination aus Großstadt und Dschungel (jaja, Großstadtdschungel, wortwörtlich) lassen die Entwickler von Crytek den Spieler in „Crysis 3“ wandern. Diesmal mit einem Bogen (kreativ!), unterschiedliche Routen zum jeweiligen Ziel (grandiose Idee!), einer Hacking-Funktion (einzigartig!) und der gewohnt hübschen Grafik (ungewohnt!). Man darf also zurecht unterwältigt sein.

Es gab zwar keine wirklich neuen Ankündigungen noch Überraschungen und fast ausschließlich Sequels zu altbekannten Spielreihen, aber dennoch: Ein solider, vorhersehbarer, gerade noch akzeptabler Auftritt ohne Patzer wurde von EA geboten, allerdings auf Kosten wesentlich interessanterer, vielleicht auch risikoreicherer Experimente. Angesichts der horrenden Lage, in der sich die Videospielindustrie momentan befindet, kann dies aber leider verstanden (wenn auch nicht goutiert) werden.