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Ramin

Sieben Gegner in 55 Sekunden, ein unglaublicher Wrestling Rekord in Georgien, auf den Ramin stolz ist. Doch das passierte in der Vergangenheit. Heute lebt der 75-jährige Ramin in einem Dorf in Georgien und kämpft nur noch gegen die Einsamkeit…

Er macht sich auf die Suche nach Sveta, einer Frau, die neben seiner verstorbenen Mutter die wichtigste Person in seinem Leben ist. Die Bilder der beiden begleiten ihn tagtäglich. Doch Sveta hat er vor 50 Jahren das letzte Mal gesehen und es ist nicht einfach sie in Georgiens Dörfern zu finden. Der lettische Regisseur Audrius Stonys drehte diesen Dokumentarfilm in nur 14 Tagen. Er wurde durch einen anderen Regisseur auf Ramin, den Rekord-Wrestler aufmerksam und machte sich in Georgien auf die Suche nach ihm. Wrestling hat in Georgien einen hohen Stellenwert. Dörfer spielen gegeneinander, die Gewinner werden wie Helden gefeiert, wie es auch Ramin passiert ist. Doch in der Realität werden diese als „World-Champions“ gefeierten Helden nur von ihrer unmittelbaren Umgebung wahrgenommen, fernab von jeglichen internationalen Wettkämpfen. Stonys begleitete Ramin durch seinen Alltag und auf der Suche nach Sveta, der Liebe seines Lebens.


 

Georgien, ein kleines Land, versteckt zwischen Russland, Azerbaijan und Armenien mit einer alten, im christlichen Glauben stark verwurzelten Kultur ist neben Ramin Protagonist der Dokumentation. Es werden nicht nur Landschaft und Bewohner ins Bild gesetzt, auch die traditionelle Musik, die die Bewohner begleitet und alltägliche Rituale werden von der Kamera wahrgenommen. Der Regisseur wollte nicht die Wirklichkeit abbilden, er wollte Dinge zeigen, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Er passt sich dabei der Geschwindigkeit der Ereignisse an, wodurch Authentizität und Intimität über die Leinwand spürbar werden. Stonys ist mit viel Liebe fürs Detail eine sensible Dokumentation über ein Land gelungen, dessen Bewohner fest mit ihren Traditionen verwebt sind.

Wenige Tage nach der Österreich-Premiere im Urania Kino fuhr der Regisseur nach Georgien zur dortigen Premiere. Es erwartete ihn ein Open-Air Screening, Wein, Tanz und Gesang. Und er musste eine Szene für das Georgische Screening herausschneiden: Bei der Geburtstagsfeier Ramins mit seinen Freunden wurde getrunken und gesungen. Der „Tablemaster“ unter den Gästen schlief am Ende am Tisch ein – das darf nicht passieren und so wurde auf seinen Wunsch hinauf die Szene für Georgisches Publikum entfernt.

Regie: Audrius Stonys, Drehbuch: Audrius Stonys, Givi Odisharia, Laufzeit: 58 Minuten, gezeigt im Rahmen des Let’s Cee Film Festivals in Wien