Norah Jones – Little Broken Hearts

Der Titel lädt den Hörer zu voreiligen Schlüssen ein: ein weiteres gewohnt ruhiges, von Balladen getragenes, bluesiges, hochqualitatives Norah Jones Album? Sexy, mysteriös, keck sind wohl nicht die ersten Eigenschaften die man ihr andichtet. Zu Unrecht wie sie mit ihrem Fünftling beweist…

Good Morning eröffnet Little Broken Hearts ruhig, eingängig und doch anders als gewohnt. Ob dies am sublim drängenden Piano im Hintergrund liegt oder an den zurückhaltenden, und trotzdem stimmungsgeladenen Streichern, ist schwer zu sagen. Zurück bleibt die stigmatisierende Erkenntnis: Es ist anders und es ist gut. Es ist dieser poppige Beat, welcher der Bluessängerin ihrer Schwermütigkeit beraubt und diese durch eine geheimnisvolle Leichtigkeit ersetzt. Little Broken Hearts glänzt durch einen Variantenreichtum der von modernem Pop in Reinform, über Country aus den 70ern bis in die 60er zurückführt und vorsichtig auf den Spuren von Nancy Sinatra wandelt.

Ohne Norah um ihre wohlverdienten Lorbeeren bringen zu wollen, lässt sich die Ursache für den gewinnbringenden frischen Wind in einer fremden Ressource finden. Jones nahm das Album gemeinsam mit Produzent und Künstler Brian Burton aka Dangermouse auf, welcher zuletzt als Produzent des gelobten neuesten Black Keys Werks El Camino profilierte.

Jones, die bereits auf der Dangermouse Platte Rome einigen Titeln ihre Stimme lieh, schwärmte von der Zusammenarbeit mit Burton:„Es fühlte sich locker an, so gar nicht nach Arbeit.“ Die Früchte ihrer Zusammenarbeit spiegeln sich in den filigranen Momenten der Platte wieder, wenn beispielsweise die minimalistische Stakkatogitarre von wohl platzierten Bassbläsern und –streichern unterbrochen wird, welche Travelin‘ out den Charakter verleihen.

Textlich bleibt Little Broken Hearts seinem Namen treu und berichtet über die gesamte Farbpalette einer Trennung. Dabei durchwandert man sämtliche Stadien von Verlust, Zorn, Trauer bis zum darüber-hinweg-kommen und dies auf offen sympathische Art. „Unsere stundenlangen Unterhaltungen über sehr persönliche Dinge spiegeln sich darin wider. Aber das Album generell ist definitiv aus Norahs Standpunkt verfasst.”

Norah Jones – Little Broken Hearts, EMI Music