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Santigold – Master Of My-Make Believe

Nach vier Jahren Pause und einer schlichten Namensänderung von Santogold auf Santigold, veröffentlicht die amerikanische Sängerin Santi White ihr neues Album „Master Of My-Make Believe“…

White war 2008 mit ihrem gleichnamigen Debütalbum hochgefeiert worden, da ihr Stilmix aus Reggea-Fusion, Dancehall-Beats, Drum-Machines und harschem Rap ungewöhnlich, aber ungleich kreativ klang. Aus dem Boden gestampft hatte sie diese Platte dennoch nicht. Die damals knapp 32-jährige hatte davor als Mitglied der Ska-Punkgruppe „Stiffed“  und als Songwriterin für Lilly Allen und Ashley Simpson Erfahrungen sammeln können. Von den Kritikern und Musikliebhabern gehyped, galt sie als Brooklyner Antwort auf die englische Rap-Göre M.I.A.

Die erste Singleauskopplung ihres neuen Werks „Disparate Youth“ versprach mit dubbigem Beat und abgehackten Keyboard-Sounds einen spielerischen Start in ein wiederum hypbares Album. Trotz ein-zwei Ohrwürmer konnten die übrigen Songs das Versprechen nicht halten. Was vor vier Jahren noch überraschende in den Ohren der Musikliebhaber geklungen hatte, ist heute schon überholt. So ergeht es auch hier, denn oftmals kommt das Gefühl auf, die Songs schon mal irgendwo gehört zu haben. Vertraute Nostalgie wirkt sich zwar meistens positiv auf den Musikgenuss aus, aber in diesem Fall mindert sie den Wiedererkennungswert der Lieder.



Die Ähnlichkeit mit M.I.A besteht weiterhin, nicht nur wegen der markanten Stimme, doch manche Beats und Vocals erinnern sogar an Gwen Stefani oder Kid Sister. Besonders auffällig ist der Background-Gesang auf „Freak Like Me“, der schmerzlich Stefanis Piraten-Liedchen „Rich Girl“ in Erinnerung holt. Trotzdem kann das Album mit gekonnt selbstbewussten Texten über Kampf, Durchhaltevermögen und innere Stärke aufwarten. Manchmal plärrt White sie zwischen kreischenden Beats hervor, an anderen Stellen gehen sie ihr melodischer von den Lippen, begleitet von afrikanischen Tönen.

Der Überraschungseffekt ist dahin, doch den Spaßfaktor hat Santigolds Musik auch in Mainstream-anmutenden Disco-Momenten nicht wirklich eingebüßt. Eine gute Alternative, um die Ohren von der polternden Power-Machine M.I.A zu erholen, ohne die Musikrichtung drastisch ändern zu müssen.

Santigold – Master Of My Make-Believe, Atlantic Records