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The Best Exotic Marigold Hotel

Im neuen Film von John Madden nehmen sieben pensionierte Engländer eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben und fahren nach Indien in „The Best Exotic Marigold Hotel“. Nach einem Kulturschock stellen sie fest, dass es nie zu spät ist, sich zu verändern…

Die pensionierten Protagonisten in „The Best Exotic Marigold Hotel“ haben alle einen Grund, England zu verlassen und in Indien ihr Glück zu versuchen, einen alten Freund zu finden, nicht mehr einsam zu sein oder einfach nur eine neue Hüfte zu bekommen. Sie kennen sich anfangs nicht, müssen dann aber bemerken, dass sie die einzigen Gäste in einem Hotel sind, das weder Türen, ein Telefon oder funktionierende Badezimmerarmaturen hat, dafür einen sympathischen und engagierten Hotelleiter, der alles in Bewegung setzt, damit seine ersten Gäste sich wohl fühlen. So beginnt ein Abenteuer, in dem mit viel Witz und Humor die kulturellen Unterschiede, die zwischen England und Indien größer nicht sein könnten, aufgezeigt werden. Außerdem ist es ein Film über das Älterwerden und die Möglichkeit sich zu verändern.


 

Die Protagonisten gehen alle aus einer Notlage heraus nach Indien. Dabei werden einige Themen ins Bild gesetzt – Verlust, Einsamkeit, Isolation – und gleichzeitig wird positiv und enthusiastisch vorgeführt, dass es nie zu spät ist, etwas zu ändern. Den Leistungen der rennomierten britischen Schauspieler ist nichts hinzuzufügen. Sie geben eine lebhafte Truppe wieder, die mit den Tücken des Älterwerdens kämpfen und es trotzdem schaffen, sich in Indien einzuleben.

Der Film lebt vor allem von seinen Bildern, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite sieht man die englischen Touristen, die am Ende ihres Lebens stehen und eine düstere Lebensphase durchmachen und auf der anderen Seite die bunte und laute Welt Indiens. Die naturgemäß langsameren und einen gewissen Standard gewohnten Pensionisten müssen mithalten. Sie müssen sich in den Bus drängen, hohe Stufen überwinden und Dreck und Hitze ertragen. Den Kulturschock überwunden, schaffen sie es aber, sich in dieser Gesellschaft einzufinden und werden Freunde, miteinander und mit Indien.

Das Land Indien ist einer der Protagonisten von „The Best Exotic Marigold Hotel“, der in den Städten Udaipur und Jaipur gedreht wurde. Dabei wurde kein Touristenbild wiedergegeben, sondern ein ehrliches, mit negativen und positiven Seiten. Die den Alltag bestimmende Religion wurde ebenso ins Bild gesetzt, wie Rituale, Totenkult und Armut. Misstände wie Zwangsheirat, Schwulenhass und die untere Kaste werden zwar thematisiert, jedoch sehr oberflächlich. Trotzdem rettet sich der Film mit viel Humor und Witz, der schon allein durch die Diskrepanz England und Indiens entsteht. Die Bilder Indiens sind sehenswert und man verlässt das Kino auf jeden Fall in bester Reiselaune.

Regie: John Madden, Drehbuch: Ol Parker, Darsteller: Judi Dench, Bill Nighy, Dev Patel, Tom Wilkinson, Maggie Smith, Laufzeit: 123 Minuten, Kinostart: 16.03.2012