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Rayman: Origins

Lange musste der ausgehungerte 2D-Jump’n’Run Fan warten, um wieder nahrhafte, sprich interessante und kreative Genre-Kost zu sich nehmen zu können. Mit Rayman: Origins wurde Konsolenbesitzer bereits im vergangenen Winter ordentlich eingeheizt, nun folgt dankbarerweise die fast perfekte PS Vita-Version…

Ja, dankbar darf der geneigte Videospieler in vielerlei Hinsicht sein: Nicht nur weil Rayman: Origins ein nahezu perfektes Spielvergnügen darstellt; die Industrie aufgrund des Vertriebes als physisches Kaufmedium (also auf Disc und nicht als Download) dem Ganzen eine andere Wertigkeit auferlegt hat; sondern vor allem weil mit einer ausgezeichnet portierten Handheldversion sowohl PS Vita-Nutzer als auch Publisher Ubisoft Montpellier besonders profitieren dürften. Wer bisher mit Rayman – abseits der diversen Spin-Offs der Raving Rabbids – nichts anzufangen wusste, wird spätestens nach einigen Minuten umdenken müssen: Selten konnten so brillante Welten auf kleinen (oder auch großen) Bildschirmen bestaunen wie in Rayman: Origins, auch die schon fast als verspielt zu bezeichnende Liebe zum Detail wird mit jeder noch so kleinen Animation der Figuren, Gegner, Objekte oder Hintergründe regelmäßig vorgeführt.


Laufend, springend und elegant gleitend bewegen sich Spielcharaktere durch die in handliche Abschnitte eingeteilten Level, welche sich durch hervorragendes Design, das sich vor allem im ungestörten Spielfluß wiederspiegelt, von der Konkurrenz abhebt. Sogar die berühmt-berüchtigten Unterwasserlevel, die Spieler wie Gamedesigner regelmäßig Tränen in die Augen treiben, werden mithilfe der Kombination aus fantastischen Ideen, punktgenauer Charakter-Handhabung und wahnsinnig komischen Soundtrack zu einem wahren Vergnügen. 

Schon bei der Einführung in die bewusst absurde Rahmenhandlung (welcher Plattformer hat die eigentlich nicht) kommt man nicht um ein Schmunzeln herum: Eine Welt, in der außer Essen, Schlafen und Spielen kaum etwas passiert, wird durch das laute Schnarchen (!) von Rayman und Konsorten in Aufruhr versetzt. Fast schon traditionell muss der Spieler in der Spielwelt vollbusige Nymphen retten, riesige Gegner mit speziellen Taktiken besiegen und sich durch luftige, feurige, blumige und eisige Landschaften, die allesamt einen Musikhintergrund aufzeigen (z.B. Sprungplattformen aus Trommeln, Didgeridoo-gestylte Rohrverbindungen usw.) bewegen.

Dank nach für nach freigeschalteter Fähigkeiten wird konstant die Geschicklichkeit des Spielers auf die Probe gestellt, ohne jemals überfordernd, nervend, langwierig oder langweilig zu werden. Sammelbare “Electoons” (das Äquivalent zu Sonics Ringen oder Super Marios Münzen, oftmals singend und in Formationstänzen anzutreffen!), diverse den Spielverlauf ungemein auflockernde Shooter-Einlagen, freischaltbare Charaktere, Zeitrennen und eine Gesamtwertung laden zum erneuten Durchforsten einzelner Level ein. 

Abseits dem in der Konsolenversion vorhandenen und enorm unterhaltsamen “Jump-In, Jump-Out”- Multiplayermodus (für bis zu vier Spieler a la Super Mario Bros. Wii), der in der PS Vita Version leider nicht  in dieser Form integriert wurde, kann die portable Handheld-Ausgabe von “Rayman: Origins” überraschenderweise als fast exakte Kopie bezeichnet werden.Der gesamte Spielumfang samt grandioser Optik wurde in die Vita verfrachtet, so das man sich sich auch unterwegs an der überwältigenden Farbenpracht ergötzen und mit dem motivierenden, aber auch gnadenlosen Old-School-Gameplay seine Freude haben kann bzw. wird.

Durch die sensiblen Analogsticks der Vita konnte die (benötigte) präzise Steuerung der Heimkonsolen problemlos übernommen werden. Auch die neuen Features – eine praktische Zoomfunktion und der “Ghost”-Modus, ein Zeitrennen, bei dem es gilt, die besten Fortschritte anderer Spieler zu übernehmen und zu schlagen – fügen sich nahtlos in das großartige Gesamtkunstwerk ein und stellen damit nur einen weiteren Grund dar, warum Rayman: Origins ein Pflichtkauf (nicht nur) für PS Vita-Besitzer ist.

Plattform: PS Vita, PS3 (Version getestet), Xbox 360, Wii, Altersfreigabe (PEGI): 7, Spieler: 1, Erscheinungsdatum: 22.02.2012