Neverdead-©-2012-Konami

Neverdead

4
Action-Adventure

Übertriebene Action, witzige Figuren, viel Selbstironie und zahlreiche Körperteile (stets die eigenen), die durch die Luft fliegen. Neverdead klingt wie ein Geheimtipp, doch was bleibt übrig, wenn man sich daran gewöhnt hat, dauernd seinen Gliedmaßen nachzulaufen…

Bryce Boltzmann, das Alter-Ego des Spielers, ist ein unsterblicher Dämonenjäger und im ständigen Krieg mit diesen ungeselligen Zeitgenossen. Für die Regierung jagt und vernichtet er ein Monster nach dem anderen, zusammen mit seiner sterblichen Assistentin Arcadia. Eigentlich der Grundstein für ein spaßiges Abenteuer und zu Beginn ist es das auch tatsächlich.

Das wohl originellste und zunächst witzigste Feature, leitet sich aus der Tatsache ab, dass Bryce unsterblich ist. Das bedeutet, er kann all seine Gliedmaßen verlieren, ja, sogar seinen Kopf, und lebt immer noch. Dann heißt es sich wieder zusammensetzen, indem man zu den verlorenen Teilen hechtet, robbt oder im schlimmsten Fall als Kopf einfach nur hin rollt, um seinen leblosen Körper wieder zu komplettieren. Am Anfang lustig, wenn einem ständig die Teile abhandenkommen und man selbst mit einem Bein humpelnd und einem Arm kämpfend sich gegen die Horden Dämonen erwehrt, die da auf einem zustürmen. Leider nutzt sich diese Idee nicht nur schnell ab, nein, es wird sogar störend. Irgendwann nervt es einfach nur mehr, dauernd seine Körperteile wieder anzubringen, denn eines muss man sagen Bryce verliert diese Teile wirklich extrem leicht und schnell. Kein Kampf ohne abgetrennte Glieder.

Im Grunde ist diese anfangs nette Idee, die sich bald abnutzt und langweilt, auch auf das gesamte Spiel anwendbar. Gleiches kann man nämlich auch über Figuren, Gameplay, Level- und Gegnerdesign sagen. All das scheint zuerst originell zu sein, doch bald, sehr bald, merkt man, dass es stets das Gleiche ist. Die Gegner sind immer gleich, die Kämpfe strecken sich ermüdend dahin und das Leveldesign ist stellenweise derart eintönig, dass man sich in den Räumen schnell mal verirrt, weil man glaubt hier schon mal gewesen zu sein (es gibt sogar Gegenden, die wirklich eins zu eins wieder verwendet werden).

Schnell nutzt sich der glanzvolle, vielversprechende erste Eindruck ab und die Ernüchterung setzt ein. Abgesehen von den witzigen und durchaus einfallsreichen Grundideen bleibt nicht viel übrig. Am ärgerlichsten ist wohl das derart eintönige, lieblose und veraltete Gameplay und hier ganz besonders das Kampfsystem. Alles in allem ist es wirklich schade, denn „Neverdead“ hätte durchaus das Potenzial gehabt zu einem unterhaltsamen Zeitvertreib. Es wäre zwar immer noch weit von einem Meisterwerk entfernt, aber es hätte wenigstens ein spaßiges, witziges Spiel werden können. Übrig geblieben davon sind nur die Idee und einige nette Einfälle, mehr nicht.

Plattform: PS3 (Version getestet), Xbox360, Altersfreigabe (PEGI): 18+, Spieler: 1, 2-4 online, Erscheinungsdatum: 03.02.2012




  • eolienne

    Neverdead don’t never end.

    So spaßig und unterhaltsam es ist, seinen zerstückelten Körper durch das Bild rollen zu sehen um ja wieder alle Körperglieder beisammen zu haben, so schnell verfliegt auch das Lachen darüber. Hat man/frau diesen ersten humoresken Teil überstanden, kann das Spiel beginnen. Und endet bereits wieder bei der Einsicht, dass ein Kampf ohne Zerteilung nicht geht, diese Phantasiebiester zu wenig ausgeprägt sind und dass dieses begleitende und zu beschützende Teenie nur quatsch redet.

    Bin ganz der Meinung des Autors!

    • Da geb ich dir fast in allen Punkten recht.
      Außer beim Teenie. Sie ist zwar vollkommen unnötig, aber zumindest kann sie sich selbst wehren. Da gibts viel schlimmere Beispiele. Aber im Endeffekt dient sie nur dazu, dass man jemanden hat mit dem sich die Hauptfigur unterhält und blödsinnige Wortwechsel austauscht, die zwar am Anfang noch witzig erscheinen, aber sich dann schnell wiederholen und fad werden.
      Was die Gegner betrifft fand ich ja, war das einzige Highlight der erste Dämon, den er in der Vergangenheit bekämpft, weißt welchen ich mein?