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Darkest Hour

Elektrizität ist schon längst eine Selbstverständlichkeit. Ebenso wie die gar nicht mehr so neuen Technologien wie Mobiltelefonie und die weltweite Vernetzung via Social Networks. Eine junge Gesellschaft betrachtet ständige Erreichbarkeit und Kommunikation nicht weiter als Besonderheit, sondern als Lifestyle. Dass daraus ein erhöhter Bedarf und Verbrauch an Energie erwächst, ist ein unerfreulicher, aber ebenso gleichgültig betrachteter Nebeneffekt…

In „Darkest Hour“ hat die Welt ein Energieproblem mehr: Außerirdische Wesen plündern die Energieressourcen der Erde. Darüber hinaus sind sie auch den Menschen feindlich gesinnt, weshalb nicht nur die Städte, sondern auch deren Bewohner in Schutt und Asche verwandelt werden. Schauplatz der Invasion ist, einmal anders, Moskau.

Zwei junge Amerikaner – Sean (Emile Hirsch) und Ben (Max Minghella) – wollen in Moskau eine neue Variante eines sozialen Netzwerks verkaufen, werden aber von Skyler (Joel Kinnaman) betrogen und ausgebootet. Ihre Enttäuschung darüber betrinken sie in einem angesagten Moskauer Nachtclub, wo sie nicht nur auf die amerikanischen Touristinnen Natalie (Olivia Thirlby) und Anne (Rachael Taylor), sondern auch auf ihren Konkurrenten Skyler treffen. Als noch schlimmer erweist sich aber eine andere Zusammenkunft: Vom Himmel fallende Lichter entpuppen sich als Tod bringende Energiewolken. Die ‚fünf Freunde’ verbarrikadieren sich im Lager des Nachtclubs, um nach einigen Tagen den Weg zur amerikanischen Botschaft anzutreten. Als sie den Club verlassen, müssen sie feststellen, dass Moskau von den Aliens übernommen und die Menschheit nahezu ausgelöscht ist.


 

Regisseur Chris Gorak (Art Director von “Fight Club”) ließ das Spektakel in 3D filmen. Dadurch entfaltet sich die Kulisse wie ein virtueller Reiseführer durch Moskau und es ist fast so, als würde man selbst am Roten Platz stehen – wenn da nicht immer wieder die 3D-eigenen irritierenden Perspektiven und Größenverhältnisse wären. Das ändert aber nichts daran, dass zumindest die Stadt mit ihrer Architektur ganz imposant wirkt.

Von der Handlung und den Schauspielern kann man das weniger behaupten. Die sind nicht nur langweilig, sondern zeichnen sich durch blödsinnige Dialoge und Abläufe aus. Vorgegangen und auch gestorben wird oft zwar ohne jede Logik, aber doch streng nach Vorschrift: Der Unsympathische zuerst, dann kommt die Nervige und dann der selbstlose Retter. Auch wenn die Aliens und ihre Angriffe ganz gut umgesetzt sind, ihre Motivation bleibt ebenso im Dunkeln wie das weitere Schicksal der Erde. Ganz überraschend outet sich die heutige Jugend als bewandert in Teilchenphysik und äußerst patriotisch. Wenn schon sterben, dann bitte in der Heimat.

Abseits des üblichen Geschehens, zeigt sich in wenigen Details die Handschrift des Produzenten Timur Bekmambetov („Wächter des Tages“, „Wächter der Nacht“). Den 0815-Amerikanern stehen skurrile russische Charaktere gegenüber. Der Erfinder Sergei (Dato Bakhtadze) baut seine Wohnung zu einem riesigen Faradayschen Käfig um und entwickelt so etwas wie einen Alien-Blaster à la Ghostbusters. Eine berittene, mit Kettenhemd und Schild bewaffnete Moskauer Bürgerwehr stellt sich den Aliens in den Weg.

„Darkest Hour“ punktet mit seinen technischen Effekten, die aber nicht über das schwache Drehbuch hinwegtäuschen können. Zwar sind die Ansätze nicht übel, aber einerseits ist vieles einfach zu platt, zu vorhersehbar und zu ausformuliert. Andererseits muss man sich das Wesentliche aber selbst zusammenreimen. Es braucht vor allem eine große Portion Geduld. Wirklich spannende Szenen sind rar und Action kommt nicht auf. Am Ende bleibt unklar, ob das Gesehene ernst gemeint oder doch Trash-Satire war.

Regie: Chris Gorak, Drehbuch: Jon Spaihts, Darsteller: Emile Hirsch, Olivia Thirlby, Max Minghella, Rachael Taylor, Joel Kinnaman, Länge: 89 Minuten, Kinostart: 29.12.2011