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Priest

3
Action

Mad Max-Setting trifft Super-Monk-Man, trifft Zombie-Vampire, trifft Red Dead Redemption. Klingt schlecht? Ist auch so! Screen Gems zeigt hier alles andere als ein Leinwand-Juwel. 

Vampirfilme schießen in der letzten Zeit wie (Achtung: Wortwitz)  Knoblauchknollen aus dem eigenen Schrebergarten. Dieses Genre kann man nun mögen, muss man allerdings nicht. Ich für meinen Teil bin etwas übersättigt davon- langsam aber sicher ist das Thema „Untote mit Reißzähnen“ doch (Achtung: Wortwitz Nr. 2) ausgesaugt. Kurz zum Inhalt: Was erwartet uns in der Zukunft? Dreck, verstaubte Wüstengegenden, hässliche Städte hinter dicken Mauern und die Kirche als alleiniger Herrscher. Schöne Aussichten also! Dazu kommt: Seit je her herrscht der Kampf Gut gegen Böse, also Menschen gegen Vampire. Erst als endlich – und dies wird im Film doch tatsächlich so betitelt – „die ultimative Waffe gegen die Blutsauger“ gefunden wird, gelingt es uns Warmblütern, den Frieden und somit das Ende dieses elendigen, fast schon aussichtslosen Kampfes, herzustellen. Die Rede ist nicht von Jedi-Rittern, nein – es sind Priester!

Super-Priester mit super Kampftechniken und coolen Kutten auf superschnellen, futuristischen Motorrädern, abgesandt von der Kirche selbst, retten uns alle! Wow. Papst Benedikt könnte sich endlich mal wieder freuen. Die Freude währt jedoch nicht lange, denn einige der Blutsauger haben überlebt, entführen die Nichte des Priesters mit dem ausgefallenen, einfallsreichen Namen „Priest“  (Paul Bettany) und dieser macht sich auf, um sie zu befreien – sogar, wenn das bedeutet, sich von der Kirche zu entfernen und in seiner eigenen Mission im Namen Gottes zu kämpfen. Amen! Unterstützt wird er von einem jungen Sheriff im Cowboy- Kostüm (Cam Gigandet – der kennt sich ja seit Twilight mit Vampiren aus) und einer weiblichen Priesterin (Maggie Q).

Um hier gleich mal religiös zu bleiben: Um Himmels Willen! Warum, oh Herr, warum? Die Story ist abgeklatscht und schon tausendmal dagewesen: Vom Helden (Paul Bettany), der sich gegen das eigene Lager stellen muss, über den Hybrid-Vampir-Endgegner (Karl Urban), der auch im Sonnenlicht existieren kann. Es erwarten euch vorhersehbare Dialoge und Handlungsstränge und fürchterlich demotivierte Schauspieler, die anscheinend selbst nicht fassen können, in welchem laschen  Sci- Fi-Western sie mitspielen. Nicht nur, dass Paul Bettany den Zuschauer absolut nicht in seine düstere Welt als immer böse dreinschauender Geistlicher hineinziehen kann, man erfährt derart wenig über alle Haupt- und Nebencharaktere, dass man sie schneller vergisst, als ich „Beichte“ buchstabieren kann. Da hilft es auch nicht, dass einige Hollywood-Aushängeschilder und -Urgesteine wie Christopher Plummer, Mädchen Amick oder Stephen Moyer den Bruchteil von Minuten vorkommen.

Es erwarten einen ebenfalls extrem ausbaufähige, schlecht verwertete Actionszenen, als auch Effekte und die konvertierte 3-D Version ist derart lau, dass man sich immer wieder daran erinnern muss, dass es doch ein 3-D Film ist. Dazu kommen außerdem hirnrissige Bet-Szenen (nicht zu verwechseln mit Bett-Szenen) inklusive spontane Lesungen aus der Bibel, gepaart mit einem modern-sakralen 08/15 Soundtrack und das Schlimmste: der Hinweis auf einen (möglichen) zweiten Teil. Bis auf das Setting, also die staubige, trostlose Wüstengegend und das dreckige, unhygienische Überbleibsel einer einst blühenden Stadt, bietet der Film nichts. Zumindest nichts, was wir nicht schon aus anderen Filmen kennen. Und das ist nun mal zu wenig! Priest reiht sich nahtlos an andere 08/15 Sci-Fi-Werke bzw. postapokalyptische Szenarien bzw. Vampirfilme an und wird wohl genauso wie der erste Film von Regisseur Scott Charles Stewart (Legion) im folgenden Kinosommer schnell vergessen werden. Also: Kinogehen nur auf eigene Gefahr! Ausborgen in der Videothek nur, wenn alle anderen guten Filme verborgt sind! Zu einem Anlass schenken lassen –  selbst schuld!

Regie: Scott Charles Stewart, Drehbuch: Cory Goodman, Darsteller: Paul Bettany, Cam Gigandet, Maggie Q., Karl Urban, Laufzeit: 87 Minuten, Filmstart: 13.05.2011




  • Chris

    Vor allem dem letzten Punkt gilt es zuzustimmen: Überflüssig, wie auch schon der Vorgängerfilm des Regisseurs, Legion.