Gran-Turismo-5-©-2010-Sony

Gran Turismo 5

7
Simulation

Der König ist zurück – lang lebe der König? Mehr als fünf lange Jahre ließen sich die Entwickler rund um Mastermind Kazunori Yamauchi Zeit, um der hochgelobten und auch als „Real Driving Simulator“ bekannten Gran Turismo-Rennspielserie den vermeintlich letzten Schliff zu geben. Nun ist der detailverliebte fünfte Teil aber endlich doch noch im Handel angekommen und lockt mit seinen bekannten Stärken.

Man kann auf den ersten Blick bzw. in den Spielminuten eigentlich nur schockiert, erstaunt und/oder verblüfft von Gran Turismo 5 sein, denn ausser der zeitgemäßen Optik der Vehikel selbst vermag man keine graviernden Unterschiede festzustellen. Eine enorme Auswahl an Fahrzeugen samt (etwas rudimentärer) Modifikationsmöglichkeiten an den Boliden, viele haarklein nachgebaute Rennstrecken, die berühmt-berüchtigten Lizenztests sowie die altbackene Bedienung durch das an das Windows-Ordnersystem anmutende Menüsystem – soweit bleibt alles beim Alten, Fans und Verächter werden erneut gleichermaßen bedient. Beschäftigt man sich etwas länger mit der Simulation (was aufgrund des RPG-anmutenden Levelsystems sowieso Grundvoraussetzung ist), so sind vor allem die enormen Unterschiede zwischen den Standard- und den sogenannten Premiumfahrzeugen auffällig: Während die 200 Premiummodelle mit unglaublich detailreichen Cockpitperspektiven ausgestattet sind, hinken die „normalen“ Automobile (immerhin über 800) in allen Belangen hinten nach.

Besonders eklatant sind die groben Schattenumrisse (Treppenartefakte) und die vergleichsweise schlechten Fahrzeugtexturen, die bei den Wiederholungen ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen. Auch die Rennstrecken selbst leiden unter seltsamen Mängeln: Während der Verlauf erneut fotorealistisch vorzufinden ist, kann man sich über die rudimentär erstellten Hintergründe (Copy- und Paste Wälder?) und die zweidimensionalen Zuseher auf manchen Abschnitten lustig machen – bedenkt man aber die Sorgfalt der Entwickler in anderen Bereichen (zB. die Soundeffekte der Fahrzeuge), kann da schon Unmut aufkommen. Auch die Navigation durch die unzähligen Menüs wirkt seltsam unfertig und aufgrund dessen mühselig, die Handhabung innerhalb des Onlinemodus soll jüngsten Information des Entwickerstudios Polyphony Digital zufolge noch „verbessert“ werden (Renneinladungen erfolgen noch per Direktmail).


Ob und wie schwer all diese Mängel auf das Spielvergnügen einwirken, obliegt dem eigenen Urteil. Fest steht jedoch, das GT5 immer noch ein inhaltsbeladenes Ungetüm ist: ob 24-Stunden Rennen, Kart-Racing oder Rally-WM – der Real Driving Simulator vereint alle Möglichkeiten auf einer Disc.  Es gibt kein vergleichbares Rennspiel auf der PS3 bzw. in diesem Ausmaß im Konsolenbereich, daher ist die Existenz von Gran Turismo 5 natürlich berechtigt. Der Hype scheint aber ungerechtfertigt, die Entwicklungszeit angesichts des Ergebnisses kann fast als Duke Nukem-übertrieben (es handelt sich dabei um einen seit mehr als 10 Jahre in der Produktion befindlichen Ego-Shooter, der zum Running Gag der Videospielindustie mutiert ist) bezeichnet werden. Hätte man die nun übermächtige Konkurrenz im Auge behalten, wären Mängel wie das unterentwickelte Schadensmodell oder die umständliche Menüstruktur leicht vermeidbar gewesen.

Plattform: PS3 (Version getestet), Altersfreigabe (PEGI): 3, Spieler: 1-16 (online), Erscheinungsdatum: 24.11.2010




  • HeavY

    What a stupid review, you guys did not even play the game