Miles Benjamin Anthony Robinson © 2010 Saddle Creek, Cargo

Miles Benjamin Anthony Robinson – Summer Of Fear

9
Folk

Folk-Rock mal anders: „Summer Of Fear“ ist ein Album über ein gebrochenes Herz, Enttäuschung, Wut, Angst, Depressionen und Hoffungslosigkeit. Die perfekte Musik für dunkle, kalte, stürmische vorweihnachtliche Wintertage. Gleich mal vorweg: wer noch ein passendes Geschenk für Musikliebhaber sucht, der sollte bei „Summer Of Fear“ kurz innehalten und besser zweimal überlegen, da das Album alles andere thematisiert als Nächstenliebe, Zweisamkeit und Zufriedenheit. Wenn man aber bereits jetzt von den kaufwütigen, gestressten und überhaupt nicht frohlockenden Menschen genug hat, dann sollte man an dieser Stelle weiterlesen.

Robinsons Stimme klingt alt, gebrochen, nach schmerzvollen Erfahrungen und trotzdem voller Lebensmut. Am Anfang ist sein rauer, kratzige Klang schwer verdaulich und teilweise störend. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, entdeckt man darin den ganz eigenen traurigen und zugleich kraftvollen Charme des Sängers. „Summer Of Fear“ ist ein melancholisches Album, das textlich sehr direkt und schwermutig ein eindringliches Bild der Welt aufzeigt. Jeder Song ist bedrückend und zugleich beeindruckend. Genau diese Aufrichtigkeit verleiht der gesamten Platte eine ganz eigene Note. Die durchgehend negativ besetzten Texte („The sun never shines twice on the same skin“/Losing For Winners) werden von imposanten Arrangement unterstützt und die ansehnliche musikalische Leistung entschädigt die anfangs stimmlich teilweise schwer verdaulichen Melodien. Vor allem Songs wie „The Sound“ (ein sehr melodisch, leichter Song), „Hard Row“ (mit einem schwermutigen, präsenten Bass) und „Death By Dust“ (ein Song der schlicht weg atmosphärisch ist) hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Robinson schreibt aufrichtige Songs, welche weniger für den Mainstream, dafür aber für wahre Musikliebhaber geeignet ist. Seine Liebe zur Musik hört man in jeder Zeile und in jedem Ton.

Für Miles Benjamin Anthony Robinson braucht der ein oder andere vielleicht eine etwas längere Eingewöhnungsphase um hinter der kratzigen Stimme mehr hören zu können, als einen depressiven, vom Leben gezeichneten Mann, der das ein oder andere Glas Whiskey zu viel getrunken hat und vor Wehmut und Schmerz zugrunde geht. Hat man sich aber die Zeit dafür genommen, öffnet sich einem der musikalisch äußerst beeindruckende Horizont des Künstlers, der sich vor allem wegen dessen Ehrlichkeit und Kreativität lohnt!

Miles Benjamin Anthony Robinson . „Summer Of Fear“ / Sadle Creek/Cargo Records