Kottan-ermittelt-Rien-ne-va-plus-©-2010-Satel-Film

Kottan ermittelt – Rien ne va plus

5
Komödie

Kultkieberer Adolf Kottan (in seiner letzten Reinkarnation: Lukas Resetarits) ist zurück. Es ist niemals leicht eine Kultserie auf die große Leinwand zu bringen, schon gar nicht in einem Land wie Österreich, das einen schmerzhaften Mangel an Kultfiguren aufweist.  Umso schwieriger ist es dann den Erwartungen gerecht zu werden (die eingefleischten Fans kann man ja ohnehin nicht befriedigen) und gleichzeitig ein neues Publikum ins Kino zu locken. Suspension hin oder her, Kottan muss wieder an die Arbeit. Sein neuer Fall hat mit einem mörderischen Gewinnspiel, Bestechung und dem Polizeiapparat höchstpersönlich zu tun. Aber eigentlich ist der Fall und somit auch die Handlung nicht weiter von Bedeutung, stellen sie nur den Rahmen für witzige Dialoge und massig Klamauk dar. Und beides ist durchaus vorhanden, in den meisten Fällen ist es sogar wirklich zum Lachen. Vergessen sind Kottans Tage des schwarzen, zynischen Humors, wie in Zeiten von Peter Vogel oder Franz Buchrieser. Resetarits Kottan war und ist auf Klamauk und oberflächliche Unterhaltung ausgelegt.

Dennoch findet man auch hier, verborgen unter einer dicken Schicht Slapstick, die eine oder andere spitzzüngige, kritische Bemerkung, wenngleich sie meist sehr plump ausfällt. Auch die aus der Serie so bekannten selbstreferenziellen Anspielungen finden in „Kottan ermittelt – Rien ne va plus“ nur in abgeschwächter Form Einzug. Schön wäre es gewesen, wenn sich die Figuren viel stärker ihrer eigenen Fiktion bewusst gewesen wären. Die auffälligste Änderung ist aber natürlich die Besetzung der Nebenrollen. Udo Samel, Johannes Krisch und Robert Stadlober treten in große Fußstapfen, meistern ihre Rollen aber durch die Bank weg souverän. Allen voran Johannes Krisch, der hier wirklich einen saucoolen Schremser spielt. Zwar spielen die Figuren untereinander auf ihre neue Besetzung an, doch auch diese Selbstreferenz wird nicht vollends ausgeschöpft.

Das Kultfeeling der Serie (zumindest das der Resetarits Folgen) bleibt erhalten, schade ist nur, dass von dem Film eigentlich nichts hängen bleibt. Er bietet zwar gekonnte Unterhaltung, aber kaum hat man das Kino verlassen, sind Kottan und Kollegen auch schon wieder vergessen. Man hätte sich doch ein bisschen mehr erhofft und erträumt von Kottans großem Leinwandeinsatz. Dadurch ist „Kottan ermitelt – Rien ne va plus“ zwar ein schönes Wiedersehen mit dem Kulthelden, aber im Endeffekt nur ein mittelmäßiger Film, der mehr von seinem Status lebt, als von seiner filmischen Qualität.

Regie: Peter Patzak, Drehbuch: Jan Zenker, Darsteller: Lukas Resetarits, Udo Samel, Johannes Krisch, Robert Stadlober, Laufzeit: 95 Minuten, Filmstart: 03.12.2010




  • Charles

    Der Qualität „Mittelmaß“ schließe ich mich an…fast 3 Jahrzehnte Zeit für neue Ideen und dann das..naja. – Eine der Todsünden muß wohl der Besetzung des „Schremser“ zugeschrieben werden: der launig-intellektuelle Beinamputierte wird durch einen etwas prolligen, berufsjugendlichen „midlife-criseler“ ersetzt…völlig vorbei an der Gewichtung der Figuren, man könnte fast meinen; Patzak hat seine alten Filme nicht richtig verstanden.
    Was soll’s: eine weitere Neuauflage wird es nimmer geben, und das ist auch gut so.

  • Andreas

    Wenn man eine Freundin hat bei der man herumfingert geht der Film ja, aber wenn man sich den Film ansieht ist er schrecklich. Die Witze, die nicht als solche erkennbar sind, sind von vorgestern. Herr Patzak hat leider jegliche kreativität verloren. Also, wer den österreichischen Film fördern will, kann ihn sich ansehen, wer unterhalten werden will, sollte ihn meiden.