Dead-Rising-2-©-2010-Capcom

Dead Rising 2

8
Action

Capcoms Zombie-Gemetzel ist wahrscheinlich das einzige Spiel, das erst beim zweiten Durchlauf zündet – also beginnt, richtig Spaß zu machen.  Trotz altbekannter Thematik und Charaktere, kaum als revolutionär zu bezeichnender Gameplay-Mechanik und der Tatsache, dass es sich hier um eine Fortsetzung handelt, kann Dead Rising 2 dennoch größtenteils überzeugen. Klar, ein mit zwei Motorsägen ausgestattetes Motorrad, an dessen Steuer der Spieler selbst gleich zu Beginn durch eine Ansammlung von laut ächtzenden Zombies durchbrettert, ist schon mal automatisch ein Garant für stilvolle Action.

Chuck Greene nennt sich der Protagonist von Dead Rising 2, und Improvisation in Extremsituationen ist quasi sein Geschäft: Frau tot durch Zombieausbruch in Las Vegas, minderjährige Tochter infiziert und nun von Anti-Zombiefizierungs-Medikament (!) abhängig, Karriere als Motocross-Fahrer auch vorbei. Chucks Ausweg aus dem Dilemma erscheint da fast logisch: Als Teilnehmer der kontroversen TV-Show „Terror is Reality“ im neuen Glücksspielzentrum Amerikas, Fortune City, Geld verdienen und sich über Wasser halten. Natürlich kommt es anders als gedacht: Ein Sabotageakt lässt die Stadt in einer Flut von Zombies untergehen, Chuck Greene wird als Drahtzieher verleumdet und einzig sein Improvisationtalent vermag ihn aus dem Schlamassel zu retten.

Soviel zum Handlungsgerüst, das überraschend vielschichtig und dank einiger überraschender Wendungen bis zuletzt interessant bleibt. Ebenso wie sein Vorgänger arbeitet Dead Rising 2 mit einem fixen Zeitlimit von (fiktiven, schneller ablaufenden) 72 Stunden, in denen der Spieler allerhand Möglichkeiten hat, die Story zu verändern und Unsinn zu veranstalten. Die Rettung von Überlebenden im Fortune City Areal, das sich aus mehreren Spielcasinos, Einkaufszentren und Vegas-typischen Lokalitäten zusammensetzt, bleibt neben der Aufrechterhaltung des Gesundheitszustandes von Chucks kleiner Tochter (sprich: Gegenmittel suchen und alle 24h verabreichen) und dem Eliminieren von Psychopathen der Hauptbestandteil des Spiels. Über Radiomitteilungen werden die Missionen je nach Zeitpunkt verkündet, die Entscheidung über die Reihenfolge der Erfüllung obliegt dem Spieler.


Soweit, so Dead Rising 1. Das Fabrizieren von improvisierten Waffen stellt jedoch sicherlich die größte und besten Neuerung des Sequels dar. Durch die Kombination einer enormen Vielzahl unterschiedlichster Gegenstände kann Chuck teils wahnwitzige Waffen erschaffen – das Motorsägen-Paddel, ein Teddybär mit Rambo-Attitüde und ein mit Speeren bestückter Laubbläser ist nun offiziell im Zombie-Überlebenskampfhandbuch aufzunehmen. Ein Co-Op Modus wurde desweiteren ebenso wie  Online-Duell-Möglichkeiten im Stile eines TV-Wettkampfes integriert, beides verschafft Dead Rising 2 eine weitere Steigerung des ohnehin schon enorm starken Wiederspielwertes.

Trotz der Verbesserung des Speichersystems und der künstlichen Intelligenz der NPCs leidet das Spiel an einigen gravierenden Mängeln: die extrem nervenden Ladezeiten zwischen einzelnen Arealen, die immer noch ungenügenden Speichermöglichkeiten und fehlende Voice-Over von Textpassagen werden sehr oft zu frustrierenden Elementen, die den Spielspaß gehörig drücken. Dennoch: Eine unterhaltsamere Variante von Zombiegemetzel steht derzeit nicht in den Regalen.

Plattform: PS3, Xbox360, PC, Altersfreigabe (PEGI): 18+, Spieler: 1-4 (online), Erscheinungsdatum: 29.09.2010, www.deadrising-2.com