Hole – Nobody’s Daughter

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Grunge

Courtney Love probiert es nach einem Soloprojekt, zwölf Jahre nach dem letzten Album („Celebrity Skin“ 1998) und acht Jahre nach erfolgter Trennung erneut mit ihrer Band Hole (wohl gemerkt nicht in alter Besetzung, sondern mit neuen Mitgliedern). Mit „Nobody‘s Daughter“ versucht sie, in alter Grunge/Post-Punk Manier an frühere Erfolge anzuschließen.

Courtney Love bemüht sich seit Jahren verbissen im Musik Business durchzusetzen. Ob Solo, in alter oder in komplett neuer Bandbesetzung mit Hole scheint dabei eher zweitrangig zu sein. In den neunziger Jahren galten Hole mit den Alben „Pretty On The Inside“ (1991) oder „Live Through This“ (1994) als eine aufstrebende Band. Hört man sich die aktuelle Platte an klingt das dann doch eher wie ein schlechter, öder Abklatsch der alten Stücke.

Wenn Love darauf in einem der überzeugendsten Songs „How Dirty Girls Get Clean“ singt „I’ve lost my mind, I’ve lost control, I’ve the lost the feeling in my arms, I’m a lost soul, Make the most of me baby, oh don’t spit me out” unterstützt das doch irgendwie die aufgestellte These, der mittlerweile doch schon recht krampfhaft wirkenden Versuche erfolgreich zu sein. Doch obwohl das restliche Album fast durchwegs monoton, fast schon glatt wirkt und fast nichts von der Anfangs so dynamischen Musikerin mehr besitzt, lässt eben diese Ausnahme hoffen, dass doch noch etwas von der alten Love in ihr steckt.

Eines ist schon mal klar – Hole bzw. Courtney Love mag nicht jeder. Die Kurt Cobain Witwe wird bis heute mit ihrem verstorbenen Mann und Verschwörungstheorien rund um dessen Ableben konfrontiert. Ihre Versuche in dessen musikalische Fußstapfen zu treten misslingt ihr seit Jahren und dabei hat sie es sowohl als verruchtes Post-Punk-Girlie mit Drogeneskapaden, als auch als seriöse, in Chanel gekleidete Society Musikerin probiert. Vielleicht liegt es an ihrem etwas dubiosen Charakter oder vielleicht an den ermüdend wirkenden musikalischen Leistungen. Kurt Cobains Witwe schafft es nicht aus dem Schatten, den ihr verstorbener und legendärer Mann wirft, hinauszutreten und als selbstständige Musikerin wahrgenommen zu werden. Sie wirkt auf „Nobody‘s Daughter“ alt und energielos, was ehrlich gesagt ziemlich traurig ist. Die desolate Leistung ist dabei wohl nicht auf die Neubesetzung zurück zu führen – Courtney Love scheint doch eher die Luft auszugehen.

Hole – Nobody’s Daughter (Universal/Mercury)