Billy Talent – II

8
Punk-Rock

Nach dem 2003 erschienen, überaus brillanten und von der Rockpresse mit Unmengen von Preisen überschütteten (selbstbetitelten) Debütalbum haben sich Billy Talent in ihre Heimat Kanada zurückgezogen und an einem würdigen Nachfolger gebastelt und geschraubt. Drei Jahre später erschien endlich „II“, das relativ simpel benannte zweite Album der aus Toronto stammenden neuen Emo/Screamo/Post-Hardcore Hoffnung rund um den charismatischen Sänger Benjamin Kowalewicz. Bereits zuvor läuteten Warnglocken geschulter Rockfans, als das Video zum Opener des Albums, „Devil in a Midnight Mass“, durch die Wohnzimmer begeisterter BT Fans dröhnte. In einer düsteren, alten Kirche prangert die Band den Pädophilie-Skandal eines Bostoner Priesters an: „A Devil in a midnight mass/killed the boy Inside the man/the holy water in his hands/can never wash away his sins..” Mit diesem ersten Lied beseitigen Billy Talent sämtliche Zweifel über die hoch gesetzten Erwartungen.

Betonfrisur und Gitarrist Ian D’Sa begeistert abermals durch geniale Hooks und Riffs das ganze Album hindurch, die einzigartige Stimme von Benjamin Kowalewicz drückt die Songs durch jedes Trommelfell. Nach mehrmaligen Durchhören des Albums gelangt man schlussendlich zu folgendem Ergebnis: Ein mehr als gelungenes Nachfolgealbum mit mehr Tiefgang („Surrender“, “In the Fall“) und ähnlich eingängigen Melodien („Red Flag“, „Perfect World“, „Pins and Needles“) wie beim Debüt. Lediglich ein wenig mehr „Härte“ hätte nicht geschadet, diese lässt das erste Album doch in einem etwas besseren Licht erscheinen. Nichtsdestotrotz, wer Billy Talent nicht kennt, sollte sich am besten gleich mal beide Alben kaufen und in Glückseligkeit schwelgen.